Alltag einer OP-Assistentin: technisch seziert, humorvoll serviert

Die Dramatikerin Lisa Danulat, 1983 in Frankfurt am Main geboren, absolvierte von 2021 bis 2024 eine Ausbildung zur operationstechnischen Assistentin: um etwas „Richtiges“ zu lernen. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie in „OTA“: Eine Frau namens Ota berichtet lapidar über ihren Alltag und den Schichtbetrieb im Klinikum. Der Wecker klingelt um 4.08 Uhr, die Schnittzeit ist um 8.45 und die Nahtzeit um 9.25 Uhr. Ota nimmt ihren Job ernst, sie geht darin auf, sie ordnet ihm alles unter. Die sprachlich fulminante Verdichtung ergänzen exemplarische Begegnungen und Ereignisse – wie in „Emergency Room“ oder anderen Spitalsserien, aber auf einer abstrakten Ebene. In diesem stellenweise humorvollen Monolog über „Trauma und Fraktur“, so der Untertitel, gibt es auch eine Entwicklung – infolge von Veränderungen im Team und herben Enttäuschungen. Wiener Schirurginnen Für die Uraufführung, die am Montag im Theater Drachengasse stattfand, konzipierte Ágnes Hamvas ein kühles Klinik-Setting samt bizarren OP-Overalls. Sandra Schüddekopf garnierte den Text mit Slapstick, Tanzeinlagen und einer präzisen Seilschaft-Metapher. Zudem verortete sie „OTA“ nach Wien: Karoline-Anni Reingraber, aus Rostock gebürtig, gelingt es zwar, „Kaffee“ richtig zu betonen, die Kaffeesahne sträubt sich aber der Nostrifizierung. Und andauernd ist von „Schirurginnen“ die Rede, die mal überheblich sind, mal jovial. Zeynep Alan, Amy Benkenstein und Sebastian Thiers assistieren Ota in wechselnden Rollen. Beklemmend blitzt immer wieder ein nicht verarbeitetes Trauma auf. Insgesamt eine äußert würdige, etwas zu lange Auseinandersetzung mit einem Beruf, der zu wenig Wertschätzung erfährt.