Ott-Prozess wird mit prominenten Zeugen fortgesetzt

Der Spionage-Prozess gegen den Ex-Chefinspektor im mittlerweile aufgelösten Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Egisto Ott, wird am Mittwoch mit prominenten Zeugenbefragungen fortgesetzt. Befragt werden unter anderem Bundespolizeidirektor Michael Takacs und der ehemalige Generalsekretär im FPÖ-geführten Außenministerium, Johannes Peterlik , der sich in zwei Wochen selbst auf der Anklagebank verantworten wird müssen. 2019 soll Ott Peterlik personenbezogene Daten von Beamten des BVT, die er mit der Erstellung des Ibiza-Videos in Zusammenhang brachte, mitgeteilt haben. Peterlik wiederum wird zur Last gelegt, ohne Erfordernis einen als "geheim" klassifizierten Bericht u.a. zum Nervengift Nowitschok angefordert und dem ehemaligen Verfassungsschützer Egisto Ott interne Dokumente zugänglich gemacht zu haben, weshalb er ab 17. März vor Gericht steht. Ott steht wegen nachrichtendienstlicher Tätigkeiten zugunsten Russlands, Amtsmissbrauch, Bestechlichkeit sowie Verletzung des Amtsgeheimnisses vor Gericht. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, im Auftrag des per internationalem Haftbefehl gesuchten ehemaligen Wirecard-Spitzenmanagers Jan Marsalek ohne dienstlichen Auftrag Personendaten abgefragt und an diesen weitergegeben zu haben. Ein weiterer Verhandlungstag ist für Donnerstag anberaumt, dabei wird es aber nicht bleiben. Jedenfalls soll frühestens Ende März noch Michael Kloibmüller, der ehemalige Kabinettschef im Innenministerium befragt werden. Außerdem wird diese Woche noch über zahlreiche Beweisanträge entschieden, etwa ob Orlin Roussev, Anführer eines bulgarischen Spionagerings, der 2025 in London zu über zehn Jahren Haft verurteilt wurde, als Zeuge geladen wird.