Die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH, kurz OeBS, eine hundertprozentige Tochter der Nationalbank, baut ihre Position im internationalen Banknotendruck aus. Rund ein Viertel des Geschäfts der OeBS macht der Druck von Euro-Banknoten aus, der größere Rest ist das internationale Geschäft mit Drittstaaten – etwa in Asien oder Afrika. Das internationale Geschäft der OeBS lief schon bisher oft und gern über eine Kooperation mit der französischen Nationalbank (Banque de France) und ihre guten Kontakte in alle Welt. Nun wurde die langjährige Zusammenarbeit mit einer Beteiligung der Franzosen an der OeBS untermauert. Interessant: Diese Beteiligung hat vor allem vergaberechtliche Gründe. Die Franzosen unter ihrem Gouverneur François Villeroy de Galhau erwerben zwar nur einen Anteil von 0,25 Prozent an der OeBS. Sie bekommen dafür aber einen Aufsichtsratssitz in Wien und können Aufträge künftig direkt ohne mögliche Hindernisse an die OeBS vergeben, die sich aus dem EU-Vergaberecht ergeben könnten. „Das ist eine strategische Beteiligung. Rechtlich gesehen ist die OeBS wie eine gemeinsame Tochter der Nationalbank und der Banque de France zu sehen“, weiß ein Beteiligter. Eine ähnliche Zusammenarbeit gibt es mit der Banco de Portugal. Die Franzosen beteiligen sich auch an deren Banknotendruckerei Valora. Die drei Notenbanken bauen ihre Zusammenarbeit damit insgesamt aus. Am Montag unterschrieben in Paris Villeroy de Galhau, Österreichs Gouverneur Martin Kocher und der portugiesische Notenbankchef Alvaro Santos Pereira den Vertrag. Bargeld-Stärkung Kocher zeigt sich darüber hoch erfreut: „Die internationale Stärke unserer OeBS zeigt, dass Österreich im Bereich sicherer und qualitativ hochwertiger Banknotenproduktion eine führende Rolle einnimmt. Die exzellente und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern und insbesondere mit der Banque de France stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der OeBS, sondern auch die Rolle des Bargelds im internationalen Kontext.“ Die angesprochene Stärke der OeBS musste freilich erst wieder erkämpft werden – vor allem durch ein konsequentes Kostensenkungsprogramm. Vor Jahren lähmte zudem die rechtliche Aufarbeitung eines Schmiergeldskandals das Geschäft und kostete Reputation. Noch 2024 wurde im operativen Geschäft ein Verlust geschrieben. Das noch unveröffentlichte Ergebnis 2025 soll mit rund drei Mio. Euro wieder ins Positive gedreht haben. Heuer wird ein Gewinn von rund neun Mio. Euro erwartet. „Zusätzlich sichern Investitionen in neue Maschinen und Produktionskapazitäten den Standort ab“, sagt die Nationalbank. OeNB-Direktor Thomas Steiner sagt: „Die OeBS hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie zu den leistungsfähigsten Banknotendruckereien Europas zählt. Die sehr gute Auftragslage unterstreicht unsere starke Position im internationalen Markt.“