Die neun EU-Beitrittsanwärter haben seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran letzten Samstag wenig überraschend mehrheitlich den USA ihre Unterstützung zugesichert . Die deutlichsten Worte fanden in Statements die politischen Spitzen aus den Westbalkanstaaten Albanien, Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien sowie aus der Ukraine. Diskreter äußerten sich Serbien und Moldau. Bosnien und Herzegowina mahnte Diplomatie und Völkerrecht, die Türkei Zurückhaltung ein. Albaniens Premierminister Edi Rama stellte über den Onlinedienst X klar, dass sein Land die USA dabei unterstütze, "Israel militärisch zu unterstützen." Außerdem stehe man "fest an der Seite Israels und den nach Frieden strebenden verbrüderten arabischen Ländern." Unterstützung von Montenegro, Nordmazedonien und Kosovo Gleichzeitig kündigte Rama an, die iranischen Revolutionsgarden auf die Liste terroristischer Organisationen zu setzen. Die EU hatte die Revolutionsgarden wegen ihres grausamen Vorgehens gegen regierungskritische Proteste im Februar als Terrororganisation eingestuft. Auch Montenegro, Nordmazedonien und Kosovo unterstützen USA Aus den benachbarten EU-Beitrittskandidatenländern waren ähnliche Töne zu vernehmen. Für Montenegro, mit Albanien aussichtsreichster EU-Beitrittskandidat, äußerte sich der Außenminister und ste llvertretende Premierminister Ervin Ibrahimović . Man stehe fest an der Seite seiner euro-atlantischen Verbündeten und unterstütze die Position der EU sowie deeskalierende Maßnahmen und Dialog. "Abschreckung unerlässlich" Auch der mazedonische Außenminister, Timco Mučunski , pflichtete seinem Amtskollegen bei. Die USA hätten außerdem deutlich gemacht, "dass Diplomatie stets die erste Option ist - Abschreckung bleibt jedoch unerlässlich, solange glaubwürdige Risiken bestehen." Ähnlich der Kosovo, der "wie immer" an der Seite der USA stehe, wie Präsidentin Vjosa Osmani in einem Statement festhielt. "Dank der Führung der Vereinigten Staaten und Präsident Donald Trump" sei für das iranische Volk "die Stunde der Freiheit" angebrochen. Wohlwollen äußerte auch Albin Kurti , Premierminister des einzigen "potenziellen" Kandidatenstaates, der im Beitrittsprozess deutlich hinter seinen Nachbarstaaten liegt. Serbien, Moldau und Bosnien zurückhaltender Die Außenminister Serbiens und Moldaus positionierten sich zwar nicht klar auf Seiten der USA und Israels, verurteilten aber die iranischen Gegenschläge auf die Souveränität und territoriale Integrität der Golfstaaten. Zusätzlich stellte der serbische Außenminister Marko Đurić klar, man unterstütze "die dringende Deeskalierung der Spannungen im Nahen Osten." Das Außenministerium von Bosnien und Herzegowina unter der Führung von Elmedin Konaković äußerte sich ebenfalls besorgt über die sich verschlechternde Situation in Nahost und sprach den Golfstaaten seine Solidarität aus. Es gebe keine Alternative zur Diplomatie, alle Parteien müssten ihre diplomatischen Bemühungen ausbauen. Die Einhaltung des Völkerrechts sei essenziell. Ukraine demonstrativ hinter USA Wie bereits unmittelbar nach den Angriffen berichtet, hatten sich auch die ukrainischen und türkischen Präsidenten zur Eskalation des Konflikts geäußert. Wolodymyr Selenskij , für dessen Land die EU momentan einen schnelleren Beitritt erwägt, stellte sich demonstrativ hinter Washington. Immer wenn die USA entschlossen seien, würden globale Verbrecher schwächer, teilte er in einer Videobotschaft mit. Dieses Verständnis müsse auch Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, erreichen. Anders lautete das Statement des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan . Er zeigte sich vorrangig besorgt über die US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Außerdem bedauerte er den Tod des iranischen Staatschefs Ali Khamenei aufgrund der Angriffe am Samstag und sprach dem iranischen Volk sein Beileid aus. Die Türkei hat trotz ihres langjährigen Kandidatenstatus keine realistische Aussicht auf einen EU-Beitritt.