Vollbremsung aus Wut: Familie filmt Straßen-Rowdy in NÖ

Der Fahrer schimpft, am Rücksitz hört man ein weinendes Kind, das fast schon panisch wirkt, und immer wieder ruft eine Frau ihrem Mann zu, er möge doch aufpassen. Es ist ein Handyvideo, das am Mittwoch in einem Verhandlungssaal des Landesgerichts St. Pölten abgespielt wird. Aufgenommen wurde es von einer Familie aus Deutschland, die am 5. September 2025 mit ihrem Pkw auf der Westautobahn in Fahrtrichtung Linz unterwegs war. Gefilmt wurde, weil sich die Familie von einem anderen Verkehrsteilnehmer genötigt fühlte – oder anders formuliert: Die Szenen, die sich zu diesem Zeitpunkt auf der A1 abspielten, hätten auch mit Verletzten oder gar Toten enden können. „Es tut mir leid.“ Im anderen Auto saß ein 43-Jähriger, der zu einem Begräbnis im Mostviertel unterwegs war. „Es hat mich aufgeregt, dass ich das eine Auto überholt habe und dann wieder von ihnen überholt wurde. Zehnmal ging das so“, erzählt der Angeklagte . Aus dem Ärger wurde schließlich eine mutmaßliche Straftat. Auf dem Video ist zu sehen, wie der 43-Jährige mit seinem Wagen auf die mittlere Fahrspur hinüberzieht, auf der die deutsche Familie unterwegs war. Dann setzt sich der Mann plötzlich mit seinem Fahrzeug vor das Auto der Familie – und tritt voll auf die Bremse. „Ja, ich habe hart gebremst“, gibt der Angeklagte bei der Befragung durch die Richterin zu. Auch ein leises „Es tut mir leid“ ist zu hören. Das Urteil „Sie haben Glück, dass nicht mehr passiert ist“, sagt die Richterin . Denn auf dem Video sind auch Lastwagen zu sehen, die durch die wilden Fahrmanöver von der Fahrbahn hätten abkommen können. Der Wiener wird zu einer bedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt, die Probezeit beträgt drei Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil sich der Angeklagte Bedenkzeit erbeten hat.