Cup-Sensation: Altach wirft Salzburg raus

Daniel Beichler ist von Liefering hochgezogen worden, um Titel nach Salzburg zu holen. Die erste Chance ist allerdings vertan. Altach schaffte im Halbfinale die große Überraschung, besiegte den großen Favoriten verdient mit 1:0 und steht erstmals überhaupt im Cup-Finale . Bei Beichler und den Salzburgern ist hingegen Ernüchterung eingekehrt. Zum dritten Mal saß Beichler jetzt auf der Salzburger Trainerbank. Wobei „saß“ definitiv der falsche Ausdruck ist. Der 37-Jährige geht springt, läuft, manchmal steht er auch. Aber sitzen tut er kaum. Beichler lebt mit, gestikuliert, gibt Anweisungen. Sein System hat er mit dem 4-3-3 gefunden. Das funktioniert auch diesmal über weite Strecken ganz gut. Auffällig: Unter Beichler ist das Spiel der Salzburger schneller. Oft wird probiert den Ball gleich mit dem ersten Kontakt weiterzuspielen, wenn möglich natürlich nach vorne. So ließ die erste gelungene Aktion auch nicht lange auf sich warten. Nach zehn Minuten probierte es Yeo mit dem Kopf, traf aber nur die Stange (10.). Die Hausherren machten wenig überraschend das Spiel, taten sich aber schwer, Gefahr zu erzeugen. Weil die Gäste mit einer Fünferkette die Räume eng machten und sich ausschließlich auf die Defensive konzentrierten. Vorerst. Salzburg war sichtlich bemüht, konnte sich aber kaum Chancen herausspielen. Langsam, aber sicher gingen Jungstar Alajbegovic und Co. die Ideen aus. Und Altach traute sich jetzt auch immer mehr nach vorne. Ouedragogo hatte mit einem Weitschuss nach Diabate-Patzer Pech, der Ball ging an die Stangen (39.). Auch Diawara traf aus kurzer Distanz nur Aluminium (45.), plötzlich wackelte Salzburg – und fiel auch. Nach einer Ecke entwischte Jäger Krätzig und brachte den Außenseiter per Kopf in Führung (45.+2). Ein Schock für die Hausherren und den Großteil der traurigen Kulisse von nur 5.720 Zuschauern, der sich angekündigt hatte. Salzburg versuchte nach Seitenwechsel noch einmal alles, doch die Vorarlberger Abwehr hielt. Wenn auch mit ein bisschen Glück: Yeo brachte den Ball aus fünf Metern nicht im Tor unter (60.). Kein Glück brauchte der starke Keeper Stojanovic, der mit viel Können einen Alajbegovic-Schuss entschärfte (71.). Kurz zuvor hatte Altachs Joker Hristic die Entscheidung auf dem Kopf (68.). Altach bleibt auch im sechsten Spiel unter Trainer Ognjen Zaric ungeschlagen, feierte den ersten Sieg gegen Salzburg seit 2020, in Salzburg sogar seit 2015. Und Salzburg? Beichler ist eben auch kein Zauberer. Das spektakuläre 5:1 beim LASK bei seinem ersten Auftritt war anscheinend doch nur ein Strohfeuer.