Obwohl sie im Horrorklassiker „Frankensteins Braut“ (1935) sogar im Titel steht, ist von „der Braut“ keine Rede. Ihr Filmauftritt dauert kaum drei Minuten. Gespielt von Elsa Lanchester, spricht Frankensteins Braut nie, schreit nur schrill und stirbt wenig später. Für Maggie Gyllenhaal war dieser Kurzauftritt eindeutig zu wenig und sie beschloss, in ihrer zweiten Arbeit als Regisseurin „der Braut“ einen ganzen Film zu widmen. Und nachdem sich die mittlerweile für „Hamnet“ oscarnominierte Schauspielerin Jessie Buckley bereits in Gyllenhaals Debüt „Frau im Dunkeln“ bestens bewährt hat, wurde sie „die Braut“. Christian Bale wiederum spielt Frankenstein, der sich in Chicago von 1936 nach einer Gefährtin sehnt. Mithilfe einer Wissenschaftlerin gräbt er ein totes Escort-Mädchen aus, erweckt es zum Leben und nennt es Penny. Das zusammengeflickte Pärchen treibt durch das Nachtleben der 1930er-Jahre im „Babylon Berlin“-Look zwischen Art déco und Bauhaus. Als Penny beinahe vergewaltigt wird, tötet Frankenstein die Täter. Daraufhin wird das Duo von der Polizei durchs Land gejagt. Gewaltkultur Mit „The Bride! – Hier kommt die Braut“ unternimmt Maggie Gyllenhaal einen wilden Ritt durch die amerikanische Filmlandschaft und deren (sexistische) Gewaltkultur. Als wären sie ein feministisches Update von Joaquin Phoenix und Lady Gaga in „Joker: Folie à Deux“, treibt sie ihre Außenseiter durchs ländliche Amerika wie einst „Bonnie and Clyde“. Allerdings werden – anstelle von Banküberfällen – Kinos besucht. Frankenstein und seine Braut träumen sich als Punk-Version von Ginger Rogers und Fred Astaire in stepptanzende Filmmusicals, finden sich als Monster in B-Movies wieder und überformen mit ihren Kinoposen die Intimität der Geschichte. Dadurch fühlt sich Gyllenhaals teurer Zweitling trotz aller Dringlichkeit seltsam unpersönlich an. INFO: USA 2026. 127 Min. Von Maggie Gyllenhaal. Mit Jessie Buckley, Christian Bale.