Von Gernot Heigl Als gelernte Kindergärtnerin absolvierte Monika Gallop-Pomper 1989 als eine der ersten Frauen die Ausbildung zur Gendarmeriebeamtin . Zwei Jahre später trat sie ihren Dienst als Inspektorin in der burgenländischen Kriminalabteilung an, damals zuständig für Mord und Sittlichkeitsverbrechen . In ihrer elfjährigen Dienstzeit im LKA sperrte die Kriminalistin allein im Bereich Sexualdelikte knapp zweihundert Männer ein. „Bei 97 Prozent der Opfer handelte es sich um Kinder oder Jugendliche“, schildert die Burgenländerin aus dem Bezirk Oberwart . Dazu kam noch die Klärung zahlreicher Kapitalverbrechen. Mein Kollege, der Mörder Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Mord in Oberpullendorf Mitte der 1990er-Jahre, bei dem ein Gendarmeriekollege eine Kellnerin angehalten, ihr die Tageslosung von 2.500 Schilling geraubt und die Frau dann mit einem Kopfschuss getötet hat. Ins Gedächtnis eingebrannt bleibt auch ein Kapitalverbrechen mit drei Toten , ebenfalls im Mittelburgenland , wo ein Ehemann den vermeintlichen Liebhaber in einem Lokal und dann die flüchtende Frau auf offener Straße erschossen hat, ehe er sich selbst tötete. „In meiner Laufbahn beim LKA war ich aber auch als verdeckte Ermittlerin im Einsatz, ebenso in der Suchtgiftgruppe oder bei zahlreichen Observationen“, so Monika Gallop-Pomper. Schließlich wechselte sie für einige Jahre in die Antikorruptionseinheit des Innenministeriums, ehe sie in Tirol in einer Einsatzgruppe für Straßenkriminalität aktiv war. 2007 bekam die Burgenländerin Zwillinge, kehrte ins Burgenland zurück und trat 2009 ihren Dienst in der Polizeiinspektion (PI) Stegersbach an. Seit knapp zwei Jahren leitet sie im Dienstgrad Kontrollinspektorin die Dienststelle. Sie organisierte in dieser Zeit intern viel um und baute sich, unterstützt durch Generalmajor Werner Fasching (stellvertretender Landespolizeidirektor), eine neue Mannschaft auf. „Jetzt sind wir ein eingeschworenes Team. Jeder ist für jeden da, also blindes Verständnis untereinander. Wir leben eine Zusammengehörigkeit wie in einer großen Familie. Da wird gemeinsam gelacht, fallweise auch geweint.“ Auffällig in der Polizeiinspektion Stegersbach ist auch, dass im Lauf der letzten beiden Jahren fast Geschlechtergleichheit hergestellt wurde – von 20 Beamten sind elf Männer und neun Frauen. „Also fast 50:50, da sind wir im Burgenland und sicher auch österreichweit ganz weit vorne“, freut sich die Kommandantin. Weit vorne ist die Dienststelle auch mit den anfallenden Einsätzen. Kriminalität steigt „Die Kriminalitätszahlen steigen, besonders beim Betrug im Internet. Aber auch Wegweisungen nach privaten Streitigkeiten nehmen rasant zu, Umweltdelikte sind ebenso relativ häufig. Aktuell fordert uns besonders das Thema Asbest.“ Oder auch illegal abgestellte Autowracks, die zur Folge haben, dass immer öfter in den Wald ausgerückt werden muss. Unlängst wurden etwa 15 Autowracks gefunden. „Zusätzlich zum Strafrecht und Polizeisicherheitsgesetz kommen noch Einsätze wie Überprüfungen von Asylantenunterkünften hinzu, Unterstützung der Finanz bei Schwarzarbeiteraktionen und noch einiges mehr“, analysiert Monika Gallop-Pomper. „Das alles zusätzlich zu den täglich anfallenden Routinearbeiten wie Verkehrsdienst, telefonische Auskünfte und Parteienverkehr.“ Stolz ist die Kontrollinspektorin darauf, dass Jugendkriminalität im Zuständigkeitsbereich der PI Stegersbach, der zehn Gemeinden und rund 12.000 Einwohner umfasst, „fast nicht vorhanden ist, weil wir zur Prävention viel in Schulen unterwegs sind. Das ist mir besonders wichtig.“