Die SPÖ geht von einem erfolgreichen Bundesparteitag kommenden Samstag aus. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim berichtete am Donnerstag in einer Pressekonferenz, dass das Interesse noch nie so groß gewesen sei. 1.200 bis 1.300 Teilnehmer würden in der Wiener Messe erwartet und damit rund doppelt so viele wie beim letzten Parteitag. Seltenheim geht auch davon aus, dass die meisten Landeschefs anwesend sein werden. Nur Burgenlands Hans Peter Doskozil habe sich entschuldigt. Dass mittlerweile nur noch vier Landesvorsitzende für die Spitzengremien kandidieren, sieht Seltenheim nicht als Ausdruck fehlender Geschlossenheit. Die Landeschefs könnten ja auch ohne formelle Funktion im Bund an den Sitzungen teilnehmen und dass andere Vertreter des Bundeslandes in Präsidium und Vorstand entsandt werden, habe es immer schon gegeben. "Gutes Ergebnis" für Babler erwartet Für Parteichef Andreas Babler erwartet sich der Bundesgeschäftsführer ein "gutes Ergebnis". Genauer wollte er nicht werden. Für Tipp-Spiele sei er allenfalls bei der Fußball-WM zu haben. Dass die derzeitigen Umfrage-Ergebnisse für die SPÖ nicht zufriedenstellend sind, gestand Seltenheim zu. Er sieht dies vor allem im Zusammenhang mit allgemeiner Unzufriedenheit angesichts der diversen Krisen der vergangenen Jahre. Von der Basis habe er jedenfalls aktuell wieder gehört, dass die SPÖ geschlossen agieren müsse, um die Erfolge der Regierungsarbeit entsprechend darstellen zu können. Von Geschlossenheit war zuletzt wenig zu spüren. So hatten Vertreter mehrerer Landesorganisationen aufgrund der schwachen Umfrage-Ergebnisse (die SPÖ liegt demnach nur mehr bei rund 18 Prozent) Ex-Kanzler Christian Kern dazu zu bewegen versucht, am Parteitag gegen Babler zu kandidieren. Letztlich sagte Kern jedoch öffentlich ab - wohl aufgrund mangelnder Unterstützung durch die Wiener Landespartei, die Gewerkschaft und die Frauenorganisation. Anlass für den Pressetermin war an sich eine Bilanz über ein Jahr SPÖ-Regierungsarbeit. Dabei gab Seltenheim seiner Partei ein überragendes Zeugnis. Man saniere das Budget sozial gerecht, habe die Teuerung gedämpft und die Konjunktur angekurbelt: "All das wäre ohne die SPÖ undenkbar gewesen." Scharfe Kritik an Opposition Gepriesen wurden vor allem Maßnahmen im Wohnsektor aber auch zur Dämpfung der Preise im Energie-Bereich sowie Maßnahmen zur Senkung der Lebensmittel-Kosten. Während Seltenheim über die Koalitionspartner kein Wort verlor, übte er scharfe Kritik an den beiden Oppositionsparteien. Den Grünen hielt er vor, während deren Regierungsbeteiligung nichts gegen die Teuerung gemacht zu haben, dafür Milliarden für Förderungen "verpulvert" zu haben. Die SPÖ stehe für Gerechtigkeit, die Grünen stünden dagegen für Selbstgerechtigkeit und Postenschacher à la Leonore Gewessler. Nicht besser kam die FPÖ davon, die für Seltenheim durch die politische Arena "irrlichtert". Jede Maßnahme, die das Leben für die Österreicher billiger mache, werde abgelehnt: "Leistbare Energie - nicht mit Kickl."