Mit einem "Nein zum Krieg" äußerte sich am Mittwoch Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez so klar wie kein zweiter Staatschef in Europa gegen den Angriff der USA und Israels auf den Iran. In einer Fernsehansprache forderte er das sofortige Ende der Kriegshandlungen im Nahen Osten. Seine Forderungen hallten auch auf der Madrider ARCO-Kunstmesse wider, die am Donnerstag offiziell vom spanischen Königspaar eröffnet wird. Sánchez sah sich zu einer offiziellen Stellungnahme genötigt, nachdem US-Präsident Donald Trump Spanien als "schrecklichen Verbündeten" kritisierte und mit der Einstellung aller Handelsbeziehungen drohte. Grund für Trumps neuesten Wutausbruch: Spanien hatte den USA Anfang der Woche verboten, deren Militärstützpunkte in Südspanien für Angriffe auf den Iran zu nutzen. Man verurteile das iranische Regime, das seine Bürger, insbesondere Frauen, unterdrücke und auf abscheuliche Weise ermorde. Gleichzeitig betonte Sánchez aber sein "Nein zum Bruch des Völkerrechts und Nein zu der Annahme, die Welt könne ihre Probleme nur durch Konflikte und Bombardierungen lösen." Auf der Madrider ARCO-Kunstmesse steht am Stand der ADN Galerie aus Barcelona ein schwarzes Fass. Es handelt sich um ein Rohölfass, auf das in weißen Lettern die Erklärung der UN-Menschenrechte von 1948 gedruckt ist. Die Skulptur thematisiert die Widersprüche zwischen dem wirtschaftlichen Interesse am Öl und den universellen Menschenrechten. Der Spanier Eugenio Merino ließ sich für sein Werk von den Theorien des schwedischen Wissenschaftlers und Klimaaktivisten Andreas Malm über den "fossilen Kapitalismus" inspirieren und weitete diese auf die kriegerische Aktualität aus. "Öl ist der Motor all jener Konflikte und den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen, die wir derzeit erleben müssen", erklärt Merino der APA. Merino hatte bei der Produktion seines "Fasses der Menschenrechte" eigentlich den Angriff der USA auf das südamerikanische Erdölförderland Venezuela und die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro im Jänner im Kopf. "Doch der Angriff der USA und Israels auf den Iran zeigt leider, dass dieses Thema heute aktueller ist als je zuvor", so Merino. Das Regime in Teheran verletze Menschenrechte. Aber Merino bezweifelt, dass es Trump um die Verteidigung dieser geht und betont, dass im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg derzeit mehr über die steigenden Öl- und Gaspreise gesprochen wird. Aufmerksamkeit für Werk einer afghanischen Künstlerin und Menschenrechtsaktivistin Eugenio Merino ist der Enfant terrible der spanischen Kunstszene, hat stets die medienwirksamsten Werke auf der ARCO. Doch auf der heurigen ARCO-Ausgabe erregt kein Werk mehr Aufmerksamkeit als "Brot, Arbeit, Freiheit" der afghanischen Künstlerin und Menschenrechtsaktivistin Kubra Khademi am Stand der belgisch-französischen Galerie Eric Mouchet . Es ist eine Serie von Aktzeichnungen und lesbischer Sex-Orgien, in denen Frauen wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Angela Merkel, Kamala Harris, Hillary Clinton oder Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum gezeigt werden. "Es ist ein Appell an die mächtigen und einflussreichen Frauen dieser Welt sich zu vereinen, um einen dauerhaften Wandel in der vom Patriarchat dominierten Politik anzuführen", erklärt Khademi im APA-Gespräch. Die sexuellen, erotischen und unbekleideten Darstellungen sollen dabei keine Provokation sein, sondern ein "Symbol von Gleichheit, körperlicher Freiheit und Einheit im Kampf" sein. Die 1989 in Kabul geborene Künstlerin lebt seit 2015 im Exil in Paris, da sie aufgrund ihrer Arbeiten über Geschlechterrollen, kulturelle Identität, soziale Gerechtigkeit und über Rechte von Frauen, Kindern und Minderheiten im Fadenkreuz der Taliban steht und ihr die Ermordung drohte. Rekordbeteiligung aus Österreich Die bis 8. März stattfindende ARCO ist Südeuropas wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und feiert in diesem Jahr ihre 45. Auflage. Die Messe, die sich als Brücke zwischen dem europäischen und dem lateinamerikanischen Kunstmarkt versteht, stellen stets auch österreichische Galerien aus. Heuer ist deren Zahl besonders hoch: Gleich sieben der insgesamt 211 teilnehmenden Galerien aus 30 Ländern stammen sieben aus Österreich, namentlich sind es die Galerien Charim , Crone , Krinzinger , Lombardi-Kargl , Gregor Podnar , Thaddaeus Ropac und Nächst St. Stephan/Rosemarie Schwarzwälder .