Mehr als 670 Millionen Frauen sind weltweit von Gewalt, Vertreibung und Armut betroffen, weil sie laut Vereinten Nationen in oder nahe an einem Konfliktgebiet leben. Von diesen gibt es mit der erneuten Eskalation im Nahen Osten mehr als 130 weltweit. Martina Schloffer, Bereichsleiterin Internationale Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK), sagte am Freitag, dass insbesondere sexualisierte Gewalt gezielt als Mittel der Kriegsführung eingesetzt wird. "Schauen Sie etwa in den Sudan, wo Zivilistinnen vergewaltigt, verschleppt, getötet werden", führte Schloffer anlässlich des Weltfrauentages am Sonntag als Beispiel an. "Nach dem Humanitären Völkerrecht dürfen Zivilistinnen und Zivilisten nicht angegriffen werden, jegliche Form sexualisierter Gewalt ist verboten." Frauen in allen Konflikten unerschütterliche Helferinnen Schloffer betonte, dass Frauen gleichzeitig in allen Konflikten unerschütterliche Helferinnen seien: "Sie engagieren sich für Geflüchtete, leisten in ihren Gemeinden Sozialarbeit, sind im Rettungsdienst im Einsatz oder unterstützen andere Frauen beim Aufbau eigener Unternehmen." In der Ukraine etwa seien Frauen "diejenigen, die den sozialen Besuchsdienst stemmen oder als Teil der Notfalleinsatz-Teams die Menschen nach Luftangriffen versorgen", erläuterte die Rotkreuz-Vertreterin. Andere würden soziale Unternehmen starten, um selbst im aktiven bewaffneten Konflikt Arbeitsplätze zu schaffen. Das Österreichische Rote Kreuz fördere in der Ukraine, im Nahen Osten oder auch in Ostafrika Projekte zur Geschlechtergleichstellung. ÖRK-Unterstützung auch in Syrien, Afghanistan und Ländern Afrikas Das ÖRK unterstützt auch Frauen beispielsweise in Syrien, Afghanistan und den Staaten in Subsahara-Afrika. In Syrien gibt es etwa Bargeld und Hilfe beim Aufbau von Kleinunternehmen. In Afghanistan geht es in Partnerschaft mit dem Dänischen Roten Kreuz und finanziert mit Mitteln der Austrian Development Agency (ADA) Ausbildungsprogramme, sowohl handwerklich als auch was den wirtschaftlichen Background betrifft. Und in ostafrikanischen Staaten wie Äthiopien, Ruanda und Uganda geht es unter anderem um den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, da die Wasserbeschaffung in der Regel auf Frauen und Mädchen lastet. Dazu kommen Projekte zu geschlechtsbasierter Gewalt, Frühverheiratung und weiblicher Genitalverstümmelung.