Schlechter stand es um seinen Ruf nie: Ex-Prinz Andrew steht im Verdacht, in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter vertrauliche Berichte an den verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Fehlverhalten in einer offiziellen Funktion ermittelt. Der frühere Prinz , der wegen seiner Beziehungen zu Epstein bereits alle royalen Titel und Ehren verloren hat, war an seinem 66. Geburtstag von der Polizei festgenommen und stundenlang festgehalten worden. Die erste Festnahme eines Mitglieds der königlichen Familie seit Jahrhunderten erschüttert die britische Monarchie. König Charles III. hatte nach der Festnahme seines Bruders erklärt, das Gesetz müsse "seinen Lauf nehmen" und den Ermittlern die volle Unterstützung des Königshauses zugesichert. Besondere Aufmerksamkeit erhielt bei den Briten und Britinnen der Auftritt von Thronfolger Prinz William und dessen Frau Kate bei der Verleihung der britischen Filmpreise. Der Sohn von Charles – und Neffe von Andrew - wurde gefragt, ob er das vielfach ausgezeichnete Drama "Hamnet" bereits gesehen habe. "Ich muss in einer ziemlich ruhigen Verfassung sein, und das bin ich im Moment nicht", antwortete William . Ungewohnt offene Worte für die Royals. Royals "dachten, sie könnten unter dem Radar agieren" Der Adelsexperte und Autor ("Entitled: The Rise and Fall of the House of York") Andrew Lownie glaubt, dass die Royals ihre Taktik ändern mussten. Lange hätten sie Andrew und dessen Familie beschützt. "Sie dachten, sie könnten so unter dem Radar agieren", erzählte er dem US- People -Magazin. "Sie sind eindeutig bis zum Hals darin verstrickt, ihren königlichen Status auszunutzen." Andrew und seine Familie hätten People zufolge "jahrelang einen besonderen Platz innerhalb der Monarchie eingenommen – prominent genug, um ihren Status zu nutzen, aber auch peripher genug, um einer anhaltenden Kontrolle zu entgehen". Lownie über den Ex-Prinzen: "Er wurde sein ganzes Leben lang in dieser Blase verwöhnt." Status sei für Andrew "alles". Über Status habe er seine Identität definiert. Andrews Töchter, die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie , befinden sich Lownie zufolge "in einer Zwickmühle zwischen der Loyalität gegenüber ihren Eltern und ihrer Zukunft". Die Schwestern hätten derzeit zurückgezogen. Andrew war ein Freund des 2019 in Haft gestorbenen US-Unternehmers Epstein, der einst in höchsten Kreisen verkehrt und einen Missbrauchsring betrieben hatte. Andrew, der die Vorwürfe bestreitet, wird vorgeworfen, das Epstein-Opfer Virginia Giuffre dreimal zum Sex gezwungen zu haben. Eine Zivilklage Giuffres endete in einem wohl millionenschweren Vergleich. Als Andrew Mitte Oktober im Zuge des Skandals gezwungen war, sich nicht mehr Herzog von York zu nennen, verlor auch seine Exfrau Sarah Ferguson ihre trotz der Scheidung gebliebene Anrede als Herzogin. Als Verbindung zum Königshaus bleiben ihr allein ihre beiden Töchter Beatrice und Eugenie, die ihre Titel jeweils behalten dürfen. Fergusons Name wird in den royalen Geschichtsbüchern zwar stehen bleiben - aber nicht als ruhmreicher Eintrag. Ferguson hatte Andrew 1986 in Westminster Abbey geheiratet, fünf Jahre, nachdem die Traumhochzeit von dessen Bruder, dem damaligen Prinzen Charles , und Prinzessin Diana geschlossen worden war. Beide Ehen sollten - zum Unmut von Queen Elizabeth II. - dramatisch scheitern. Ferguson verschuldete sich. Geldausgeben sei die Droge ihrer Wahl gewesen, schrieb sie in ihrem Buch "What I Know Now".