Baustoffkonzern will CO2-Ausstoß reduzieren

Die Kirchdorfer-Gruppe hat 2025 laut Geschäftsführer Michael Wardian „positiv in allen Bereichen“ abgeschlossen. Der Gewinn vor Steuern sei im „niedrigen zweistelligen Millionenbereich“, was den Erwartungen entspreche, „und womit wir sehr zufrieden sind“, so Wardian im Gespräch mit dem KURIER. Zementwerk Hoffmann Das in der ganzen Branche schwächelnde Hochbaugeschäft konnte mit neuen Aufträgen im Bereich Infrastruktur (Bahnschwellen, Betonschutzwände für Autobahnen, Betonteile für den U-Bahn-Bau etc.) ausgeglichen werden. Der Umsatz ist laut Wardian auf 370 Millionen Euro leicht gestiegen, wobei die Bilanzerstellung noch nicht abgeschlossen sei. Nicht eingerechnet in den Gruppenumsatz ist die Kirchdorfer Zementwerk Hoffmann GmbH, an der die Gruppe 50 Prozent Anteil hält und mit dem man auf 450 Millionen Euro kommt. 500.000 Tonnen/Jahr Das Werk in Kirchdorf hat eine Kapazität von 500.000 Tonnen pro Jahr und ist das einzige Zementwerk der in 14 Ländern tätigen Gruppe. Trotz der seit drei Jahren anhaltenden Krise im Hochbau (unter anderem wegen Verschärfungen bei der Kreditvergabe) konnte der Zementausstoß im Vorjahr leicht gesteigert werden, so der für das Werk Kirchdorf verantwortliche Vertriebsleiter Alexander Bauer. Zuvor gab es Rückgänge – am stärksten 2022 und 2023. Die große Herausforderung der nächsten Jahre sei es nun, den CO 2 -Ausstoß weiter zu reduzieren. Dafür gebe es Anstrengungen im ganzen Konzern. Die Vorgabe der EU lautet „Null Emissionen bis 2050“, was für die extrem energieintensive Zementindustrie eine enorme Herausforderung sei. Bauer: „Wir haben die CO 2 -Bilanz bereits verbessert, müssen aber noch mehr tun.“ Immerhin habe man den Einsatz fossiler Brennstoffe (Kohle, Gas) bereits auf fünf Prozent gesenkt. Altreifen statt Kohle Sie werden ersetzt durch aus Altreifen gewonnene „Flusen“ sowie (derzeit noch) nicht-recycelbaren Kunststoff. Der soeben erneuerte 1.450 Grad heiße Drehrohrofen wird damit befeuert. Laut Wardian werden in der Gruppe mittlerweile „Millionen pro Jahr“ in die CO 2 - und Umweltverträglichkeit von Produkten investiert, was auf gewisse Weise ein Bruch zu früher sei: „Da stand bei der Produktentwicklung der technische Zweck im Mittelpunkt.“ Auf dem Weg zur CO 2 -Neutralität seien durchaus Kooperationen mit anderen Marktteilnehmern möglich, „um das Thema in den Griff zu bekommen.“ In Österreich gibt es acht Zementwerke, die jährlich 5,2 Millionen Tonnen Zement produzieren. Neben Kirchdorfer sind das etwa Rohrhofer (Gmunden), Leube (St. Leonhard, Salzburg) und Schreter & Cie (Vils, Tirol). Die Kirchdorfer Gruppe beschäftigt 1.800 Mitarbeiter. Die Zahl blieb 2025 konstant – Rückgänge im Verwaltungsbereich seien durch Zugänge in anderen Bereichen kompensiert worden, so Wardian. Eines der Erfolgsprodukte der Gruppe, die patentierten Betonschutzwände für Autobahnen werden über Töchter bzw. Lizenznehmer in 47 Ländern vertrieben – darunter Australien, Brasilien und Südafrika. Zu den stärksten Märkten zählen Österreich, Deutschland, die Schweiz und Tschechien. Zukunftsmärkte seien Rumänien und die Türkei, wo die Gruppe bereits mit einem Werk vertreten ist.