Der Streit um die Gastpatienten zwischen Wien und Niederösterreich schlägt im Bezirk Gänserndorf auf: Denn dieser hat bekanntlich kein eigenes Krankenhaus. Das ist aus Sicht von Landtagsabgeordneten René Lobner (ÖVP) auch nicht sinnvoll. Warum? Wer im Norden des Bezirks lebt, fährt ins Spital nach Mistelbach ; wer im Süden wohnt, hat es zum Hainburger Krankenhaus nicht weit und die, die an der Stadtgrenze beheimatet sind, konnten das SMZ Ost oder die Klinik Floridsdorf nutzen - bisher. Seit einigen Monaten werden Patienten aus Niederösterreich nicht mehr in Wien behandelt. Dabei sei über den Finanzausgleich klar geregelt, dass dies geschehen soll, stellt Lobner klar. Das Bundesland NÖ verzichte hier auf 500 Millionen Euro. "Das ist paktiert, Stadtrat Hacker kann das mitten in der Periode nicht einfach ändern", befindet der Gänserndorfer Stadtchef. Ein Geben und Nehmen zwischen den Bundesländern Was der Landespolitiker noch ins Treffen führt: 200.000 Niederösterreicher würden in Wien arbeiten, darum sei es unverständlich, dass sie nicht auch dort medizinisch versorgt werden sollen. Peter Hacker vergesse offenbar, dass es sich um ein Geben und Nehmen zwischen den Bundesländern handle - so Lobners Vorwurf an den Wiener Gesundheitsstadtrat (SPÖ). Er solle sich an das halten, was vereinbart sei. "Änderungen sind kein Thema, man kann über alles reden. Aber Hackers Vorgehensweise ist mehr als befremdlich", betont er, dass NÖs Gesundheitslandesrat Anton Kasser (ÖVP) den Verhandlungstisch sicher nicht verlassen werde. Wiener sind gern in NÖ unterwegs Der Stadtchef spricht zahlreiche Annehmlichkeiten an, die Wien durch Niederösterreich genieße: Am Radweg am Marchfeldkanal seien zahlreiche Wiener unterwegs; die Windräder, die etwa die Wiener Seestadt mit Energie versorgen, stehen in Niederösterreich; der Schotter für zahlreiche Bautätigkeiten der Bundeshauptstadt stamme aus Niederösterreich. Das Gymnasium in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) besuchen Schüler aus Wien ebenso. Außerdem erinnert der Landtagsabgeordnete daran, dass ganz Österreich für die U-Bahn in Wien zahle und das Wiener AKH sei vom Bund finanziert. "Es ist empathielos und grob fahrlässig", beschreibt der Landtagsabgeordnete die Aktion des Wiener Stadtrats. Politischer Druck auf Wien bleibt "Für die Ärzte im AKH ist die Situation unerträglich, dass sie nicht alle behandeln dürfen, sondern unterscheiden müssen", erzählt Lobner, dass er von einem Mediziner des Spitals gebeten wurde, den politischen Druck auf die Stadt Wien aufrechtzuerhalten. Unterschriften-Aktion kommt an "Es darf nicht sein, dass Patienten abgewiesen werden", sagt Rudolf Stöger , Bezirksgeschäftsführer der ÖVP in Gänserndorf. Bei Aktionen im ganzen Bezirk sammelt die ÖVP Unterschriften, um zu untermauern, wie wichtig es ist, dass Niederösterreicher wieder in Wien behandelt werden. "Viele wissen gar nicht, dass es dafür Ausgleichszahlungen gibt", erzählt Stöger von seinen Erfahrungen. In Zistersdorf wurden zum Beispiel innerhalb von drei Stunden 250 Unterschriften gesammelt. Wer die Aktion ebenfalls unterstützen will, kann online unterschreiben: gastpatienten.at