Halbleere Regale: Eier bleiben bis Ostern Mangelware

Hühnereier als Mangelware: Vielen Supermärkten gingen in den vergangenen Monaten regelmäßig die Eier aus. Und die Situation wird sich bis zum Osterfest nicht verbessern, so Michael Wurzer , Geschäftsführer von Geflügelwirtschaft Österreich . Hauptgrund für die Knappheit ist die Vogelgrippe , die sich seit Oktober in einigen europäischen Ländern rasant ausgebreitet hat. Zwar gab es in den heimischen Betrieben dank strenger Hygienevorgaben in der aktuellen Saison keine großen Ausbrüche der Viruserkrankung. Trotzdem sei Österreich indirekt von den Folgen der Vogelgrippe betroffen, so der Experte zum KURIER. Denn durch die Seuche sind weniger Eier am internationalen Markt verfügbar, wodurch deren Preis in die Höhe getrieben wird. Gastwirte, die normalerweise über den Großhandel günstige Eier aus dem Ausland beziehen, greifen wegen dieser Preissteigerung vermehrt zu österreichischen Eiern. "Gastronomen kaufen im Lebensmitteleinzelhandel ein und füllen sich dort die Wagerl voll", berichtet Wurzer. Hinzu kämen Hamsterkäufe als Reaktion auf intensive mediale Berichterstattung über die Eierknappheit . Die Nachfrage nach Eiern steigt vor Ostern stark an In den kommenden Wochen könnte die steigende Nachfrage bis zum Osterfest die Situation weiter verschärfen. Laut AMA-Marketing isst jeder Österreicher zu Ostern durchschnittlich sieben Eier. Wurzer gibt eine vorsichtige Entwarnung: "Wenn jemand Eier kaufen will, wird er diese voraussichtlich auch bekommen." Auch bei der Supermarktkette Spar ist man optimistisch. "Es wird zu Ostern - wie immer - genügend Eier geben, dafür werden wir sorgen", teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Da es zu wenig heimische Eier gibt, ergänze Spar das Sortiment durch Eier "aus einem sehr guten bayrischen Betrieb". Auch Hofer bezieht vorübergehend gekochte und gefärbte Ostereier aus anderen EU-Ländern, wie das Unternehmen mitteilt. Bei Billa und Lidl setzt man auch in der aktuellen Situation nur auf heimische Eier. Lidl weist darauf hin, dass es wegen der erhöhten Nachfrage "punktuell zu kurzfristigen Einschränkungen in der Verfügbarkeit" kommen könne. Auch Billa teilt mit, dass wegen der international angespannten Situation "einzelne Packungsgrößen oder Haltungsformen kurzfristig nicht überall verfügbar sein können". Landwirte investieren in rund eine halbe Million neue Legehennenplätze Nach Ostern werde sich die Lage Wurzer zufolge wegen der sinkenden Nachfrage entspannen. Und auch mittelfristig werde sich die Versorgungssituation verbessern, denn wegen der gestiegenen Eierpreise auf dem internationalen Markt sind auch die Landwirte im Inland bereit, in neue Stallungen zu investieren. Bis 2027 sollen Wurzer zufolge fast eine halbe Million neue Legehennenplätze hinzukommen. "Damit könnten wir die Supermärkte mit acht bis zehn Prozent mehr Eiern versorgen als jetzt." Die Produktion wegen der aktuellen Situation aber zu groß aufzublasen, wäre Wurzer zufolge nicht sinnvoll. "Wir haben die Spitzenzeiten zu Weihnachten und Ostern. Im Sommer haben wir aber ein Absatztief ." Dann müssten die Bauern ihre Übermengen zu sehr günstigen Preisen an die Industrie verkaufen. "Damit sind nicht einmal die Futterkosten für die Tiere gedeckt." Auch die Vogelgrippe wird international bereits aktiv bekämpft. In den Niederlanden und in Frankreich werden Tiere etwa gegen die Viruserkrankung geimpft. In Österreich sei man bei diesem Thema aber aufgrund der hohen Kosten "sehr zurückhaltend", berichtet Wurzer.