Audrey Hepburn: Warum die Faszination für ihren Stil bis heute anhält

Braune Rehaugen, buschige Augenbrauen und ein zierlicher, fast knabenhafter Körperbau: Wenn die Schauspielerin Lily Collins einen roten Teppich betritt, werden sofort Erinnerungen an Audrey Hepburn wach. Manche meinen sogar, sie habe sich mit ihren Auftritten jahrelang um die Rolle beworben, die sie nun – endlich – bekommen hat: In einem Biopic wird sie die Hollywood-Ikone verkörpern, die starb, als Collins knapp vier Jahre alt war. Erzählt wird darin die Entstehungsgeschichte des Klassikers „Frühstück bei Tiffany“ aus dem Jahr 1961. Der heutige Kultfilm brachte Hepburn nicht nur eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin ein, er zementierte auch ihren Status als Modeikone . Caprihosen, Tücher, Ballerinas, XL-Sonnenbrillen, hochgesteckte Haare und wippende Röcke wurden zu ihren Markenzeichen und prägen die Mode bis heute. Der französische Couturier Hubert de Givenchy schneiderte ihr für die berühmte Eingangsszene, in der Holly Golightly vor dem Schaufenster des Juweliers frühstückt, ein schwarzes Kleid auf den Leib. Es markierte die Geburtsstunde eines Klassikers: der petite robe noire . Neue Art von Weiblichkeit Dabei hatte Truman Capote , Autor der Romanvorlage, ursprünglich eine andere Schauspielerin für die Rolle der Holly Golightly im Sinn. Marilyn Monroe , damals bereits ein Superstar, sagte jedoch ab – und so kam die 31-jährige Hepburn zum Zug. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Oscar (für „Ein Herz und eine Krone“) gewonnen und verkörperte neben kurvigen Sexsymbolen wie Monroe oder Sophia Loren ein neues Schönheitsideal im Hollywood der späten 1950er-Jahre. Statt üppiger Erotik strahlte Hepburn eine grazile Eleganz aus. „Die Vorstellung von Weiblichkeit hat sich durch sie ganz und gar verändert“, sagte Givenchy später über seine Muse. Regisseur Billy Wilder äußerte sogar die Befürchtung, dass durch Hepburn noch der Busen aus der Mode kommen könnte. Die Filme wurden zu ihrem Laufsteg – und Hepburn zu einem gern gesehenen Stargast auf Modeschauen. Auch 33 Jahre nach ihrem Tod orientieren sich prominente Fashionistas an ihrem Stil. Als Ivanka Trump vergangenes Jahr auf dem zweiten Inaugurationsball ihres Vaters Donald Trump tanzte, trug sie lange Handschuhe und ein Kleid, das eindeutig Hepburns bestickter Bustierrobe in „Sabrina“ nachempfunden war. Auf Hepburns Eleganz scheinen sich in polarisierenden (Mode-)Zeiten alle einigen zu können. Emily in Paris als Audrey Auch Lily Collins macht kein Geheimnis daraus, sich von Hepburn inspirieren zu lassen. Die bald 37-jährige Tochter von Phil Collins erspielte sich als modeverrückte Emily Cooper im Netflix-Hit „Emily in Paris“ ab 2020 eine weltweite Fangemeinde. Die Serie ist voller modischer Hepburn-Referenzen: In einer Szene der ersten Staffel trägt Cooper ein Kleines Schwarzes sowie eine zarte Diamantkette auf dem Haupt – eine Hommage an Hepburns Rolle im Musicalfilm „Ein süßer Fratz“. Auf Instagram schrieb Collins von einer „lebenslangen Bewunderung“ für die Schauspielerin und zeigte sich „zutiefst geehrt und überglücklich“, in die Rolle ihres Idols schlüpfen zu dürfen. Mit dem Filmprojekt gehe für sie ein Lebenstraum in Erfüllung. Wann genau dieser auf der Leinwand zu sehen wird, bleibt noch ihr Geheimnis.