Die NÖ Landesausstellung findet heuer im Haus 21 des Landesklinikums Mauer im Mostviertel ihre Bühne. Am 28. März wird sie unter dem Motto „Wenn die Welt Kopf steht“ eröffnet und beleuchtet die Verbindung zwischen Mensch, Psyche und Gesundheit. Knapp drei Wochen vor der Eröffnung herrscht in der einstigen Direktion in Jugendstil-Architektur Hochbetrieb: Die Ausstellung wird aufgebaut, die Objekte angeliefert. Dafür gibt es einen strikten Zeit- und Ablaufplan. Die ersten Leihgaben von Museen und Privaten wurden in der vergangenen Woche angeliefert. Insgesamt sind es 368 Objekte von 63 Leihgebern in Österreich, Deutschland, Großbritannien, Italien und der Schweiz. Unter ihnen ist die Landessammlung des Landes NÖ. Sie umfasst rund sechs Millionen Objekte , 148 davon werden bei der diesjährigen Landesausstellung zu sehen sein. Darunter sind Grafiken, Gemälde, Kleidungsstücke, Einrichtungsgegenstände, Bücher, Modelle. Die Objekte werden in speziellen Klimakisten angeliefert. „Darin bleibt das Klima relativ lange konstant, starke und rasche Temperaturunterschiede könnten sich negativ auf die Exponate auswirken“, erklärt Eleonora Weixelbaumer , Leiterin der Abteilung Konservierung und Restaurierung der Landessammlungen NÖ. Kunst, die sich akklimatisieren muss Bevor die Kisten geöffnet werden, stehen sie 24 Stunden am Bestimmungsort, damit sich der Inhalt langsam an die Umgebungsbedingungen anpassen kann. Aus einer wird ein Gemälde vom Art-Handling-Team, das für die korrekte Einrichtung der Objekte am Ausstellungsort zuständig ist ausgepackt. Es wurde aufgrund der Oberflächenmaterialität speziell verpackt – in Luftpolsterfolie. Die Restauratoren Eleonora Weixelbaumer und Ralf Wittig vom Team der Landesausstellung beugen sich mit einer Taschenlampe über das Werk in Blautönen der Künstlerin Monika Kus-Picco. Die Künstlerin verarbeitet zerriebene Medikamente . „Würde man das angreifen, wäre man wahrscheinlich blau. Es ist abriebgefährdet“, erklärt Weixelbaumer. Daher wird das Bild während der Landesausstellung hinter einen speziellen Plexiglasrahmen kommen. Der Rahmen wird vom Art-Handling-Team vorbereitet und gereinigt. Schließlich soll das Gemälde im besten Licht erscheinen. Stichwort Licht: Es wird erst installiert und eingerichtet, wenn alles andere fertig ist. Mit wie viel Lux (Anm.: Einheit der Beleuchtungsstärke) das Ausstellungsobjekt schließlich beleuchtet wird, steht allerdings schon lange fest. Die Leihgeber definieren das und geben es als Vorgabe für die Ausstellung weiter. „Eine Grafik nimmt bei zu starker Beleuchtung Schaden , ein Ölgemälde hingegen verträgt mehr“, weiß Weixelbaumer. Luftbefeuchter für den Wiener Narrenturm Erst wenn die Restauratoren vonseiten der Landesausstellung – Andrea Schrenk-Prandstätter und Ralf Wittig – sowie die Kunstkuriere der Leihgeber die Objekte inspiziert haben und Besonderheiten über den Zustand schriftlich bzw. mit Fotos festgehalten haben, werden sie in Vitrinen verschlossen, aufgehängt oder an Wänden festgemacht. Weixelbaumers Team hat für die 148 Objekte Protokolle vorbereitet – es sind zwei dicke Ordner. „Außerdem gab es im Vorfeld diverse Restaurierungsarbeiten, etwa Retuschen oder Erneuerung von Rahmen“, erklärt die Expertin. Während sie spricht, läuft ein Mann mit zwei gefüllten Gießkannen vorbei. „Um für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, stehen überall Luftbefeuchter“, kommentiert Wittig. Die Luftfeuchtigkeit ist auch ein wichtiges Kriterium dafür, dass ein Modell des Wiener Narrenturms von 1898 – ebenfalls aus der Sammlung des Landes NÖ – gezeigt werden kann. Es kommt in eine Vitrine. Sie hat einen doppelten Boden, Wittig hebt ihn an und legt zwei Kissen mit Silicagel ein. „Damit können wir die Luftfeuchtigkeit darin für die nächsten sechs Monate auf 50 Prozent stabilisieren“, erklärt er. Ideale Bedingungen für das Modell aus Kupferplatten und Papier. Mit Handschuhen und Taschenlampe Sobald es das Art-Handling-Team sorgfältig auf der Vitrinenplatte abgestellt hat, ziehen sich Weixelbaumer und Wittig die Handschuhe über und leuchten die Details mit der kleinen Taschenlampe aus. Gemeinsam erfassen sie den Zustand. Schließlich unterschreibt Weixelbaumer vonseiten der Landessammlung, also des Leihgebers, das Protokoll und Wittig vonseiten der Landesausstellung. Die Vitrine wird verschlossen und versiegelt. Beim Abbau gilt dasselbe Prozedere: Kuriere der Leihgeber und Restauratoren der Landesausstellung befunden und untersuchen die Objekte. Schließlich wird ein Protokoll angefertigt und die Objekte wieder in Klimakisten verstaut.