In den Werken von Thomas Bayrle kreuzen sich soziale Medien mit religiösen Motiven. Aber passt seine Logik der Massen noch in unsere höchst individualisierte Zeit? Die neue Ausstellung zeigt Werke aus mehreren Jahrzehnten Die Frauen steigen nach oben, die Männer sinken in die entgegengesetzte Richtung – Rising women, falling men hat Thomas Bayrle, Jahrgang 1937, mit Bleistift daneben geschrieben, und knapp darüber: „vielleicht ein Engelsflügel?“ Die kleinformatige Papierarbeit Pietà (2018), die im hinteren Bereich der Ausstellungshalle in der Frankfurter Schirn hängt, wirkt humorvoll nachsinnend, als beobachte der Künstler beim Zeichnen die allmähliche Verfertigung einer gesellschaftlichen Machtrelation in Bewegung, wenn auch weiter in Mustern verlaufend, in Bahnen gelenkt: Aus winzigen, männlich und weiblich gelesenen Figuren, die paarweise aneinandergesetzt und zur Allover-Struktur vervielfältigt sind, fügt sich das christliche Motiv der Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag .