Oscars 2026: „One Battle After Another“ triumphiert vor „Blood & Sinners“

Der Gewinner der 98. Oscarpreisverleihung heißt „One Battle After Another“ von Regisseur Paul Thomas Anderson. Der politische Thriller, der in einem amerikanischen Polizeistaat spielt, erhielt sechs Oscars, darunter einen für besten Film und einen für besten Regisseur. Einen weiteren Oscar bekam Anderson für bestes adaptiertes Drehbuch. In seiner Dankesrede entschuldigte sich der vierfache Vater bei seinen Kindern für das Schlamassel, das in der Welt herrsche: Er hoffe, dass die nächste Generation für „Vernunft und Anstand“ sorgen würde. Dicht hinter „One Battle After Another“ schloss der Vampir-Horrorthriller von Ryan Coogler mit insgesamt vier Gewinnen für „Blood & Sinners“ auf. Einer der Oscars ging an Hauptdarsteller Michael B. Jordan für seine Doppelrolle als Zwillingspaar; damit schlug er Timothée Chalamet als hyperaktiven Tischtennisspieler „Marty Supreme“ aus dem Feld. Chalamet ging das zweite Mal in Folge – nach einer Nominierung für sein Spiel als Bob Dylan in „A Complete Unknown“ im letzten Jahr – erneut leer aus. Überhaupt erhielt „Marty Supreme“ von Josh Safdie keine einzige Auszeichnung. Jessie Buckley gewann, wie erwartet, einen Oscar für beste Schauspielerin in dem Drama „Hamnet“ von Chloe Zhao, in dem sie die Ehefrau von William Shakespeare und eine trauernde Mutter spielt. Begeistert von ihrem Gewinn, widmete die Irin den Preis „dem wunderbaren Chaos, das in den Herzen einer Mutter herrscht“. Der Oscar für besten Nebendarsteller ging an Sean Penn für seine Rolle als rassistischer Cop in „One Battle After Another“. Allerdings war der Schauspieler nicht bei der Gala erschienen, was den Oscar-Presenter Kieran Culkin zu der Bemerkung veranlasste: „Er konnte oder wollte nicht kommen.“ Im Netz wurde wild darüber spekuliert, dass Penn, ein passionierter Raucher, aufgrund des strengen Rauchverbots im Dolby Theater auf seinen persönlichen Auftritt verzichtete. Vielleicht hatte er aber auch einfach etwas Besseres zu tun. Der Oscar für beste Kamera ging erstmals seit Bestehen des Preises an eine Frau. Autumn Durald Arkapaw gewann die Statuette für „Sinners“, bat alle Frauen im Auditorium aufzustehen und bedankte sich bei ihnen mit den Worten: „Ohne euch wäre ich nicht hier.“ Erstmals wurde auch in der Kategorie bestes Casting ein Oscar vergeben und landete überraschenderweise bei Cassandra Kulukuunis für die Besetzung von „One Battle After Another“. Der Oscar für besten internationalen Film ging an „Sentimental Value“ von Joachim Trier. Auch dessen Hauptdarsteller Stellan Skarsgard und Renate Reinsve waren nominiert, gingen aber leer aus. Politische Statements Einige der  Gäste nutzten ihre Auftritte für politische Statements. Bevor der spanische Schauspieler Javier Bardem den Oscar für den besten internationalen Film verlas, sagte er: „Nein zum Krieg und Free Palestine“ - und wurde mit  Applaus belohnt. Der Comedian Jimmy Kimmel teilte Richtung Trump aus, ohne seinen Namen zu nennen. Zum einen verglich er die Meinungsfreiheit des Senders CBS, der versucht hatte, ihn letztes Jahr zu zensieren, mit Nordkorea. Zum anderen witzelte er über die Belanglosigkeit eines Dokumentarfilms wie „Melania“ und darüber, wie sauer „er sein würde, dass seine Frau nicht nominiert worden ist“. Der Comedian und Ex-Late-Night-Host Conan O’Brien führte zum zweiten Mal in Folge durch die Oscarnacht und startete mit einer rasanten Parodie auf den Horrorfilm „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ in die Nacht, für den Amy Madigan den Oscar als beste Nebendarstellerin erhielt. Zwischen allen möglichen Scherzen, die sich unter anderem auf Timothée Chalamets unglückliche Bemerkung über die Unwichtigkeit von Oper und Ballett bezogen, schlug O’Brien auch ernstere Töne an: „Wir leben in furchterregenden, chaotischen Zeiten. Heute Abend feiern wir nicht nur den Film, sondern auch eine globale Kunst, Zusammenarbeit, Geduld, Widerstand – und Optimismus. Lasst uns feiern – nicht, weil wir finden, dass alles in Ordnung ist, sondern weil wir auf eine bessere Zukunft hoffen.“