Kröten-Highway in St. Pölten: Gefährliche Hochzeitsreise

Amphibien wie Kröten, Frösche oder Molche sind nicht die schnellsten Lebewesen. Mit einer Geschwindigkeit von 0,1 bis einem Meter pro Sekunde, brauchen sie rund 15 bis 20 Minuten um eine Straße zu überqueren. Genug Zeit, um die Tiere totzufahren - genau das macht die Hochzeitsreise für die Amphibien lebensgefährlich. Viele Freiwillige rund um Susanne Wegenkittl vom Naturschutzbund Niederösterreich kümmern sich derzeit in den Abendstunden darum, Amphibien sicher über die Straßen zu bringen. In WhatsApp-Gruppen organisieren sich die Krötenretterinnen und -retter. 800 Meter Zaun verbaut In St. Pölten gibt es einige Kröten-Highways , am Eisberg in der Kunrathstraße, beim Augebiet nördlich des Ratzersdorfer See, in Pottenbrunn beim Wasserschloss und beim GÜPL Völtendorf. Erwin Sulzer vom Wirtschaftshof kümmert sich mit seinem Team um das Aufstellen der Zäune und das Einfassen der Fangeimer. Es ist wichtig, dass sich darin auch Stöckchen befinden. „Es fallen neben den Amphibien auch andere Kleintiere wie Käfer oder Mäuse in die Kübel. Über dünne Äste, die über den Rand reichen sollen, können sie wieder herausklettern“, erklärt Biologin Vanessa Nowotny , die in der Magistratsabteilung Nachhaltigkeit, Umwelt und Energiewirtschaft arbeitet. Zwei Mal täglich ausleeren, bitte Besonders in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung ist die Aktivität der Amphibien besonders hoch. „Wichtig ist es die Tiere einfach über die Straße zu bringen und hinter dem Zaun wieder abzusetzen, damit sie sich ihren Weg selbstständig zu den Laichgewässern bahnen können“, erklärt Nowotny. Das Ausleeren sollte zwei Mal am Tag geschehen, Freiwillige bringen die Amphibien in den Kübeln sicher über die Straße. Das bedeutet besondere Vorsicht für Autofahrerinnen und Autofahrer: nicht nur auf die Kröten, sondern auch auf ihre Helferinnen und Helfer sollte Rücksicht genommen werden.