Seit 28. Februar tobt ein neuer Krieg im Nahen Osten . Israel und die USA setzen ihre Luftangriffe gegen den Iran unentwegt fort, der reagiert mit großflächigen Drohnen- und Raketenangriffen auf fast alle Staaten der Region. Dieses Briefing bietet einen Überblick über die wichtigsten Geschehnisse der letzten 24 Stunden in betroffenen Ländern. Bleiben Sie außerdem mit unserem Live-Ticker zum Iran-Krieg auf dem neuesten Stand. Iran Nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über den angeblichen Wunsch des Iran nach einem Abkommen zur Beendigung des Krieges betonte Teheran, dass es nicht mit Washington verhandeln wolle. „Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den Amerikanern reden sollten“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araqhchi dem US-Fernsehsender CBS . In der iranischen Hauptstadt Teheran wurde am Sonntag eine neue Angriffswelle gemeldet. Kampfjets und Drohnen sollen am Himmel zu hören gewesen sein. Bei einem Luftangriff in der Kleinstadt Chomein ist iranischen Angaben zufolge eine Schule zerstört worden. Es habe keine Todesopfer gegeben. Welche Luftwaffe für die Bombardierung verantwortlich war, ist noch unklar. Bei weiteren Angriffen in der Provinz seien fünf Menschen getötet worden. Israels Militär meldete indes die Zerstörung eines iranischen Regierungsfliegers, der in der Vergangenheit vom obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei genutzt worden sein soll. Der iranische Sicherheitsapparat hat im Zusammenhang mit dem Krieg mehr als 500 Menschen festgenommen. Dazu sollen Personen gehören, die Informationen an den Exilsender Iran International weitergegeben haben. Festgenommen wurden zudem Menschen, die Aufnahmen von bei Angriffen getroffenen Orten anfertigten. Diese können der iranischen Justiz zufolge gegen die staatliche Sicherheit verstoßen. Es drohen harte Strafen. Warum das wichtig ist: Der Iran hat im Krieg eine Militärzensur verhängt. Die Bevölkerung ist seit mehr als zwei Wochen vom Internet abgeschnitten, Nachrichten dringen entsprechend nur schwer aus dem Land. Seit Kriegsbeginn wurden im Iran nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 21.000 zivile Einrichtungen zerstört oder beschädigt. Mehr als 3.000 Menschen sollen nach Angaben von Aktivisten ums Leben gekommen sein. Davon sind mindestens 1.319 Zivilisten, darunter 206 Kinder. USA US-Präsident Donald Trump erwartet Unterstützung von Ländern, die ihr Öl über die wichtige Straße von Hormus beziehen. Das betrifft NATO-Partner und asiatische Staaten. Es sei an der Zeit, dass die Länder Amerika zu Seite stehen, fordert der Republikaner. Die Reaktionen fallen jedoch verhalten aus. China etwa, das viel Öl vom Iran kauft, reagierte zurückhaltend. Australien und Japan haben der Forderung, Marineschiffe in die Region zu entsenden, bereits eine Absage erteilt. Die EU-Staaten beraten nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas über Möglichkeiten zur Öffnung der wichtigen Seestraße. Warum das wichtig ist: Die Sperrung der strategisch wichtigen Meerenge, durch die in Friedenszeiten ein Fünftel der weltweiten Ölförderung transportiert wird, stellt eine massive Störung der Versorgung dar. Für Handelsschiffe ist die Passage wegen drohender Angriffe aus dem Iran zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden. Der Ölpreis ist seit Kriegsbeginn in die Höhe geschnellt. Viele Länder, vor allem in Asien, haben mit Engpässen zu kämpfen. Libanon Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge „begrenzte und gezielte Bodeneinsätze“ im Süden des Libanon begonnen. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz. Die Einsätze am Boden seien „Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen“, um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen. Die Armee sei dabei nun in Gebieten im Einsatz, in denen sie zuvor nicht gewesen sei, so ein Armeesprecher. Welche Gebiete das sind, ist nicht offiziell bekannt. Ebenso, ob Israels Armee diese Gebiete halten möchte. Laut Informationen des US-Mediums Axios will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen. Israel Katz, der israelische Verteidigungsminister, hat dem Nachbarland bereits zuvor mit der Einnahme von Gebieten gedroht, sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern und die Miliz zu entwaffnen. Warum das wichtig ist: Im Libanon sind im Zuge des Iran-Kriegs die Kämpfe zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israels Militär wieder aufgeflammt. Die Hisbollah sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhevereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bisher aber nicht gelungen. Die Miliz hatte Israel vor zwei Wochen erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder mit Raketen angegriffen. Zuvor hatte es einen einjährigen Krieg zwischen beiden gegeben. Israel griff auch während der Waffenruhe immer wieder Hisbollah-Ziele an, mit der Begründung, die Miliz halte sich nicht an die Vereinbarungen und wolle sich neu bewaffnen. Israel Die israelische Armee plant ihren Krieg gegen den Iran nach Angaben eines Sprechers noch mindestens drei Wochen fortzusetzen. Am Sonntag griff die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben vor allem Ziele in der Region der westiranischen Großstadt Hamedan an. Dort seien mehrere wichtige Kontrollzentren der Revolutionsgarden und der Basidsch-Miliz angegriffen worden. Diese Zentren hätten zur Vorbereitung von Angriffen auf Israel und weitere Länder im Nahen Osten gedient, heißt es. Die iranischen Revolutionsgarden haben am Sonntag gedroht, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zu töten. Dieser hat sich später auf der Plattform X über Internet-Gerüchte über seinen angeblichen Tod lustig gemacht. Im von Israel besetzten Westjordanland und im Gazastreifen haben israelische Streitkräfte Gesundheitsbehörden zufolge am Sonntag 16 Palästinenser getötet. In Gaza wurden bei einem Luftangriff ein ranghoher Polizeibeamter und acht weitere Polizisten getötet. Der Angriff habe ihrem Fahrzeug nahe der Stadt Suwayda gegolten. Im Westjordanland wurde eine vierköpfige Familie in ihrem Auto getötet. Zuvor waren bei einem weiteren Luftangriff in Gaza drei Menschen ums Leben gekommen. Warum das wichtig ist: Menschenrechtsgruppen zufolge nutzen israelische Siedler im Westjordanland die während des US-israelischen Krieges gegen den Iran verhängten Bewegungseinschränkungen für ihre Angriffe auf Palästinenser. Seit 28. Februar sollen mindestens 36 Palästinenser getötet worden sein. Seit Oktober seien fast 670 Menschen durch israelischen Beschuss ums Leben gekommen, heißt es von palästinensischen Gesundheitsbehörden. Israel gab an, dass im gleichen Zeitraum vier Soldaten von Palästinensern im Gazastreifen getötet wurden. Vereinigte Arabische Emirate (VAE) und Saudi Arabien Ein Drohneneinschlag hat am Flughafen Dubai am Montagfrüh ein Treibstofflager in Brand gesetzt und den Luftverkehr stundenlang lahmgelegt. Es soll keine Verletzten geben. Zudem brach in der Öl-Industriezone Fudschaira nach einem Drohnenangriff ein Feuer aus. Die Ölverladung am Hafen wird Insidern zufolge ausgesetzt. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Saudi-Arabien hat indes in der Nacht mehr als 60 Drohnen im ölreichen Osten des Landes abgefangen. Die Drohnen seien laut Angaben des Verteidigungsministeriums zerstört worden. Warum das wichtig ist: Im Osten Saudi-Arabiens liegen um Abkaik die größten Ölfelder und -anlagen des Landes, die im Krieg mit dem Iran schon mehrfach Ziel von Angriffen wurden. In einem Telefonat seien sich Kronprinz Mohammed bin Salman und der Präsident der VAE, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, einig gewesen, dass die anhaltenden Angriffe Irans auf die Länder des Golf-Kooperationsrates die Sicherheit und Stabilität der Region bedrohen, berichten saudi-arabische Staatsmedien. Besonders die Emirate sind seit Kriegsbeginn besonders stark vom Iran angegriffen worden: Die Flugabwehr reagierte dort bisher auf Beschuss mit rund 300 Raketen, 1.600 Drohnen und 15 Marschflugkörpern. Die Angriffe in den Emiraten haben eine ähnliche Intensität wie Irans Angriffe in Israel.