Helmut Ettl kehrt überraschend der FMA den Rücken

Bereits seit 2008 befindet sich Helmut Ettl an der Spitze der FMA. Ende 2022 wurde er bereits zum dritten Mal als FMA-Vorstand für eine Funktionsperiode von 5 Jahren wiederbestellt, also bis Ende 2027. Doch nun ist bereits jetzt Schluss. Wie Die Presse berichtet, wird er für das Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeschlagen. Dieses leitet die laufenden Geschäfte des IWF. Es besteht aus 25 Direktoren, die für die Mitgliedsstaaten Finanzprogramme genehmigen, die Wirtschaftspolitik der Mitglieder überwachen  und technische Hilfe leisten. Es trifft auch Entscheidungen zu Finanzierungen, um Zahlungsbilanzkrisen abzuwenden. Eine offizielle Bestätigung seitens der FMA gab es am Montag noch nicht. Intern scheint der Schritt ziemlich überraschend gekommen zu sein, es dürften nur Wenige in den vergangenen Tagen eingeweiht worden sein. Der in Linz geborene Ettl (60) ist  studierter Ökonom und startete in der Kinder-und Jugendarbeit, bevor er 1995 in die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) eintrat. 2003 wurde er dort Leiter der Abteilung für Bankenanalyse und -revision und wechselte 2008 in den Vorstand  der Finanzmarktaufsicht. Als solcher ist er zugleich Mitglied in hochrangigen EU-Gremien und seit 2023 auch Vize der EU-Bankenaufsicht EBA in Paris. Ihm zur Seite steht seit Sommer des Vorjahres Marianne Kühnel. Seit 2018 war sie Generalsekretär-Stellvertreterin bei der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Ettls Karriere stand 2019 bereits vor dem Aus. Denn die schwarz-blaue Bundesregierung hatte damals geplant, den Zweiervrostand auf einen Alleinvorstand zu reduzieren. Ettl, der als SPÖ-Mann gilt, hätte gehen müssen. Die Bankenaufsicht wäre bei der FMA zusammengeführt worden. Doch aus all dem wurde mit dem Platzen der Koalition infolge des Ibiza-Videos nichts.