Schlimmste Krise in der Red-Bull-Ära? Salzburger Trauerspiele

In Salzburg ist man von Festspielstimmung ungefähr so weit entfernt wie eine Dose Red Bull von einer Tasse Beruhigungstee ohne Zucker. Im Verein selbst spricht man von einer „schwierigen Phase“, das Wort „Krise“ ist aber eher angebracht. Einige sprechen sogar von der schlimmsten Krise in der Red-Bull-Ära . Ganz falsch liegen sie damit sicher nicht. Eine vier Spiele andauernde Torflaute hat es noch nie gegeben, seit der Getränke-Konzern 2005/06 eingestiegen ist. In dieser Kategorie ist der Tiefpunkt erreicht, der nächste könnte folgen: Aktuell hält Salzburg bei drei Niederlagen in Serie , vier hat es noch nie gegeben. Ein weiteres Armutszeugnis ist die Fankulisse . Sogar gegen Zuschauermagnet Rapid wurde die 10.000er-Marke verfehlt. Viele der erfolgsverwöhnten Fans bleiben in schweren Zeiten zu Hause. Der Rest pfeift das Team gnadenlos aus. „Wir müssen Zusammenhalt zeigen. Wir, aber auch die auf der Tribüne“, mahnte Verteidiger Frans Krätzig. Ihm sei gesagt: Die Fans werden Salzburg wohl nicht aus der Krise holen, da sind Spieler und Betreuer auf sich gestellt. Aber wie hat es so weit kommen können? Eigentlich hat unter dem neuen Trainer Daniel Beichler ja alles ganz gut begonnen. Im Nachhinein war das 5:1 gegen den LASK aber ein Schuss ins eigene Knie. Mittlerweile ist jedem klar, dass auch Beichler nicht zaubern kann. Qualitätsfrage und Kopfsache Eine Qualitätsfrage? So stark wie vor ein paar Jahren ist der Salzburger Kader nicht mehr, dennoch ist er im nationalen Vergleich noch immer top. Was fehlt ist ein Torjäger . Denn nur wer Tore schießt, kann Spiele gewinnen. Und nur wenn man Spiele gewinnt, kommt man aus der Krise. Dazu würde ein echter Leader die nötige Hierarchie wieder herstellen. Alles auf den Trainer zu schieben, wäre zu einfach. Die Spieler haben auch unter anderen Übungsleitern nicht funktioniert, kriselt es in Salzburg doch schon seit zwei Jahren. Am Ende ist es wohl doch wieder eine Kopfsache , die es zu bewältigen gilt, um die Trauerspiele zu beenden.