Seit 28. Februar tobt ein neuer Krieg im Nahen Osten . Israel und die USA setzen ihre Luftangriffe gegen den Iran unentwegt fort, der reagiert mit großflächigen Drohnen- und Raketenangriffen auf fast alle Staaten der Region. Dieses Briefing bietet einen Überblick über die wichtigsten Geschehnisse der letzten 24 Stunden in betroffenen Ländern. Bleiben Sie außerdem mit unserem Live-Ticker zum Iran-Krieg auf dem neuesten Stand. Iran Neue Luftangriffe Israels und der USA trafen das Land, vor allem die Hauptstadt Teheran. Laut der Washington Post haben Israel und die USA seit Kriegsbeginn mehr als 15.000 Ziele im Iran aus der Luft bombardiert. Irans enorm einflussreicher Sicherheitschef Ali Larijani ist tot . Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, der 67-Jährige sei bei einem gezielten Luftangriff in der Nacht auf Dienstag getötet worden; ebenso wie der Kommandant der iranischen Basij-Einheiten, Brigadegeneral Gholamreza Soleimani . Warum das wichtig ist: Ali Larijani galt über viele Jahre als einer der engsten Vertrauten des getöteten, langjährigen Obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Khamenei und war zuletzt Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates. Gholamreza Soleimanis Basij-Einheiten agieren aktuell als de-facto Polizei der Revolutionsgarden und waren entscheidend an der blutigen Niederschlagung der Proteste im Jänner beteiligt. Beide Männer gehörten zu den mächtigsten noch lebenden Vertretern des Regimes. USA Donald Trump verschiebt seine bevorstehende China-Reise. Das gab der US-Präsident am Montagabend (Ortszeit) bekannt. Er habe die chinesische Regierung um einen Aufschub um etwa einen Monat gebeten, weil der Iran-Krieg seine Anwesenheit in Washington erfordere. Das sei "kein Trick", so Trump. Die Reise war für den 31. März geplant gewesen. Warum das wichtig ist: Libanon Israel bombardierte mehrere Ziele in Beirut. Augenzeugen berichten von heftigen Explosionen in mehreren Stadtteilen in der Nacht auf Dienstag, das israelische Militär bestätigte die Angriffe zwar, nannte aber keine Einzelheiten. Bodenoffensive soll ausgeweitet werden. Ein israelischer Militärsprecher kündigte am Montagabend an, dass die Armee neue Reservisten mobilisieren werde, um die Bodenoffensive im Südlibanon zu unterstützten. Schon jetzt sind mehr als 100.000 israelische Reservesoldaten im nördlichen Nachbarstaat im Einsatz. Warum das wichtig ist: Israels Vorstöße im Libanon haben schon jetzt gravierende humanitäre Folgen: Mehr als eine Million Menschen sind dort seit Kriegsbeginn neu auf der Flucht, mindestens 880 laut Angaben von Hilfsorganisationen durch israelische Angriffe getötet worden. Am Dienstag riefen fünf Staaten - Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada und Großbritannien - Israel dazu auf, die Bodenoffensive im Libanon zu beenden. Irak Die US-Botschaft in Bagdad wurde in der Nacht auf Dienstag zum Ziel eines großen iranischen Luftangriffs mit drei Drohnen und vier ballistischen Raketen. Das Gebäude der Botschaft sei beschädigt worden, heißt es. Bei einem weiteren Angriff auf ein Wohnhaus wurden vier Menschen getötet. Warum das wichtig ist: Die US-Botschaft liegt, wie das Wohnhaus und ein ebenfalls getroffenes Luxushotel, in der sogenannten "Grünen Zone" von Bagdad - einem eigentlich schwerstens gesicherten Wirtschafts- und Diplomatenviertel. Der Irak balancierte seine Beziehungen zwischen den USA und dem Nachbarn Iran bisher stets aus, wird nun aber ebenfalls massiv angegriffen. Vereinigte Arabische Emirate (VAE) Neue iranische Angriffe. In der Nacht auf Dienstag waren die Vereinigten Arabischen Emirate erneut gezwungen, ihren Luftraum aufgrund iranischer Luftangriffe zu schließen. Alle iranischen Raketen und Drohnen seien abgefangen worden, heißt es. Feuer am Ölexporthafen. Am Montagabend traf eine iranische Drohne den Hafen von Fujairah, der für die VAE die einzige Möglichkeit bietet, die gesperrte Straße von Hormus zu umgehen und ihr Öl weiter zu exportieren. Eine gewaltige Rauchwolke war selbst auf Satellitenbildern zu sehen. Der Brand sei inzwischen unter Kontrolle. Warum das wichtig ist: Die VAE müssen ihr gefördertes Öl über eine Pipeline zum Hafen von Fujairah an der Ostküste umleiten, um es auf Schiffe umladen zu können. Die Pipeline fasst allerdings maximal die Hälfte des gesamten Fördervermögens, die Exporte des Landes sind also bereits massiv eingeschränkt. Angriffe auf diese so wichtige Energieinfrastruktur könnten laut Experten dazu führen, dass die VAE sich aktiv an Angriffen gegen den Iran beteiligen.