Wienerin der Woche: „Zeitpolster“-Mitarbeiterin Judith Schneider

Schön ist es , wenn sie beobachten kann, wie sich zwei Menschen gegenseitig gut tun, der erste, weil er die Hilfe des anderen benötigt, der zweite, weil er vom anderen benötigt wird. Seit sechseinhalb Jahren arbeitet Judith Schneider für den Verein „ Zeitpolster “ und dessen spannende Idee. Als eine adaptierte Form der Nachbarschaftshilfe wirkt der Verein wie ein Bindeglied: „Wir bringen überall die Menschen zusammen.“ Etwas einkaufen gehen, eine Runde spazieren gehen, gemeinsam Kaffee trinken, eventuell eine alte Glühbirne durch eine neue ersetzen: Das Spektrum der Helfenden ist weit, nur Pflege- und Putzdienste bieten sie nicht an. Für Judith Schneider, die in einer Hoteliersfamilie im Bezirk Kitzbühel aufgewachsen ist, wird mit dem „Zeitpolster“ ein Traum wahr: „Ich war als Kind mit meiner Oma sehr eng. Ich habe sie auch im Pflegeheim oft besucht und war berührt, wie viele ihrer Mitbewohner auf Besuch gewartet haben.“ In dem 2018 in Vorarlberg gegründeten Verein will sie nun gegen die Einsamkeit wirken. Wer einen Zeitpolster ansammelt, kann später einmal bei Bedarf selbst Hilfe in Anspruch nehmen. Das Zusammenbringen der Menschen ist für Judith Schneider zum Lebensmotto geworden. Denn neben ihrer Arbeit für „Zeitpolster“ hat sie auch mit dem von ihr selbst gegründeten Verein „ Start with a Friend Austria “ viel zu tun: „Wir helfen dabei, dass sich Menschen mit und auch ohne Fluchterfahrung begegnen können.“