Wiener Künstler startet Petition für Stephansdom-Bau

Mit 136 Metern ragt der Stephansdom schon seit mehreren Jahrhunderten aus der Wiener Innenstadt und gilt als eines der berühmtesten Wahrzeichen Österreichs. So bekannt wie der Dom selbst ist auch sein unvollendeter Nordturm . Vor allem den 31-jährigen Wiener Künstler Zino Weinstein stört die Unvollständigkeit. Er ruft jetzt mit einer Petition zum Handeln auf – konkret die Stadt Wien, das Bundesdenkmalamt und die Republik Österreich. Das Ziel:  eine öffentliche Debatte einleiten. Erst 16 Unterschriften Seit Sonntag kursiert die Petition „Vollendung des Stephansdoms – Turmbau zu Wien“ durch das Internet, Dienstag hatte sie erst 16 Unterschriften , Weinstein bleibt aber optimistisch.  „Ich möchte mit dieser Petition zum Denken anregen“, sagt er gegenüber dem KURIER. Laut ihm haben sich die Generationen vor uns darauf verlassen, den Stephansdom fertig zu bauen. Jetzt habe Weinstein das Gefühl, die Menschen hätte der Mut dazu verlassen. Er selbst hat auch einen Vorschlag für das mögliche Design des Nordturms entworfen: Ein Turm aus dem blauen Stein Lapislazuli. „Dieser Vorschlag muss auch nicht so umgesetzt werden, er gilt als Denkanstoß“, sagt Weinstein. Zu seinem Entwurf habe er auch schon mehrere Rückmeldungen auf der Social-Media-Plattform Instagram bekommen – positiv waren sie nicht. Der Turm würde nicht dem Stil des Stephansdoms entsprechen, wurde dem Künstler geschrieben. Die Idee zur Petition stand laut Weinstein schon länger im Raum, da sie Teil seines Kunstprojektes „Volksbegehren des Geistes“ ist. Das Projekt soll ein künstlerischer Vorstoß sein, der eine öffentliche Debatte anstoßen soll: Warum haben wir aufgehört, große Bauwerke weiterzudenken? „Der Stephansdom ist dafür ein zentrales Symbol“, sagt Weinstein. Das Bundesdenkmalamt, das den Bau genehmigen müsste, und die Erzdiözese Wien, die den Stephansdom verwaltet, haben sich aber noch nicht auf die Anfrage des Künstlers bei ihm gemeldet. Coronasäule davor Es ist nicht das erste Kunstwerk mit dem Weinstein für Diskussionen sorgt. Bereits im Oktober fiel er mit einer künstlerischen Idee auf: eine Coronasäule . Diese hätte neben der Pestsäule am Stephansplatz stehen  und als Symbol der Coronapandemie gelten sollen. „Ich wollte damit die Trauer und Dankbarkeit in der Zeit der Pandemie in Erinnerung behalten“, sagt Weinstein. Auch diese Statue hätte  blau sein sollen, ist Teil von Weinsteins noch laufendem Kunstprojekts und eine Petition wurde dafür gestartet. Diese hat bis jetzt – fünf Monate später – zwölf Unterschriften.