Heißhunger beim Fasten: Was hilft?

Der Kopf sagt nein, der Körper sagt ja. Viele Menschen verspüren während der Fastenzeit plötzlich den Drang nach Süßigkeiten oder Chips . Heißhunger sei nichts Ungewöhnliches, sagt die steirische Diätologin Birgit Kogler: „Wenn wir eine Zeit lang bewusst auf bestimmte Lebensmittel verzichten, erhöhen wir die mentale Präsenz von eben diesen Lebensmitteln. Das kann das Verlangen danach verstärken.“ Unter Heißhunger versteht man plötzlich auftretenden Hunger , der kaum auszuhalten ist und nach fettigen, salzigen oder süßen Speisen schreit. Der Drang, zu essen, kann nicht unterdrückt werden – ganz unabhängig von der Tageszeit. Normaler Hunger hingegen entsteht langsam und lässt sich über längere Zeit aushalten. Die Ursachen sind unterschiedlich: Heißhunger kann auftreten, weil der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist bei körperlicher oder geistiger Anstrengung Wachstumsphasen Schlafmangel nach Alkoholkonsum einer zuckerreichen Mahlzeit oder bei einem gezügelten Essverhalten, wie etwa beim Fasten Manchmal tritt Heißhunger bei Erkrankungen als Symptom auf, darunter bei Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion, Stoffwechselerkrankungen oder Lebererkrankungen. Gefühl der Kontrolle Zu Beginn des Fastens fühle sich der Verzicht meist gut an, „weil wir das Gefühl haben, die Kontrolle über unser Essverhalten zu haben. Außerdem wissen wir, dass das Fasten zeitlich begrenzt ist. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels.“ Herausfordernd ist es oft trotzdem. Was in dem Fall helfen kann? Kogler empfiehlt, „etwas zu trinken oder eine kleine, ausgewogene Mahlzeit zu sich zu nehmen“. Manchmal sei es auch ratsam, kurz innezuhalten und sich zu fragen: Was brauche ich wirklich? Habe ich tatsächlich Hunger oder brauche ich etwas anderes? Eventuell Entspannung, zum Beispiel ein Bad oder Bewegung an der frischen Luft? Heißhunger sei oft „ein Schrei nach Aufmerksamkeit “. Daneben sei es hilfreich, den Körper weiterhin mit einer ausgewogenen Ernährung zu versorgen. Diese sollte Eiweiß , Ballaststoffe , Gemüse , Hülsenfrüchte , Kohlenhydrate wie etwa Vollkornprodukte und gesunde Fette enthalten. Das helfe, starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Worauf es ankommt Langfristig sei es entscheidend, wie man sich nach der Fastenzeit verhält. „In meinen Beratungen erlebe ich leider oft, dass es schrittweise zum Kontrollverlust kommt“, sagt die Diätologin. Das heißt, es werden verstärkt Lebensmittel mit Zucker gegessen. Sie plädiert dafür, die Fastenzeit eher als Startschuss zu sehen, um Ernährungsmaßnahmen zu etablieren, die sich langfristig in den Alltag integrieren lassen.