Es gibt zwei Arten von Urlaub in Österreic h: den, bei dem man zur inneren Ruhe findet – und den, bei dem man Kinder dabeihat. Wenn im Auto die „Wieso, weshalb, warum“-Hörbücher in Endlosschleife laufen und von der Rückbank ein erstes „Sind wir schon da?“ zu hören ist, gehört man definitiv zu Kategorie zwei. Unsere Reisegruppe ist klein, aber voller Tatendrang: Mama, Papa, die siebenjährige Katharina und der knapp vierjährige Theo. Der Plan? Wir wollen dem stressigen Alltag der Stadt entfliehen und die Speicher mit dem füllen, was wir in unserer Familie liebevoll „Marmeladenglas-Momente“ nennen. Unser Ziel: Altenmarkt-Zauchensee im Salzburger Land . Je weiter wir auf der Tauernautobahn Richtung Salzburg fahren, desto mehr verblasst die Hektik. Die Wälder an den Berghängen leuchten in allen Grüntönen – wie ein impressionistisches Gemälde. Eine Wanderung in die Berge stand schon vorab auf unserer To-do-Liste für den Pongau . Als Überraschung für die Kinder begleiten uns heute Alpakas dabei – oder besser gesagt: wir sie. Wandern einmal anders „Darf ich mit Emilio gehen?“, „Und ich mit Einstein?“ Die Favoriten der Kinder stehen gleich fest. Katharina geht mit ihrem auserkorenen Alpaka mutig voran, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte. Theo sind die Neuweltkameliden, zu denen die Alpakas zählen, anfangs nicht ganz geheuer – sie überragen ihn mit seinen vier Jahren um ein gutes Stück. Abhilfe muss her. Zum Glück ist Papa groß – Kind rauf auf die Schultern und schon kann Theo mit Sicherheitsabstand „sein“ Alpaka Einstein führen, die Leine fest in der Hand. Bergauf, bergab, zwischendurch Abkühlung im Bach – die anmutigen Tiere machen alles mit. Von Alpakahalterin Fiona erfahren wir, dass Alpakas besonders robuste Tiere sind, die ursprünglich aus Südamerika stammen, genauer gesagt aus den Anden. Deshalb kommen sie auch in großer Höhe und bei unterschiedlichsten Witterungsbedingungen gut zurecht. Ihr dichtes und weiches Fell schützt sie vor Kälte und Nässe. Jedes Alpaka hat seine eigene Persönlichkeit – von frech bis vorsichtig. Außerdem sind Alpakas sehr soziale Tiere, die gerne in der Gruppe unterwegs sind und eine starke Bindung zu Menschen aufbauen können. Davon dürfen wir uns heute überzeugen. Ganz nebenbei werden wir mit einer fantastischen Aussicht auf Altenmarkt und die Berge drumherum belohnt. Der Abschied von unseren Alpakas – neben Emilio und Einstein begleiten uns auch Casanova und Finn – fällt schwer, aber Guide Fiona hat Trost parat: ein Sackerl mit Alpakawolle für jedes Kind. Der Berufswunsch unserer Tochter hat sich nach der Erlebniswanderung jedenfalls verändert – neben Tierärztin will sie nun auch Alpakaführerin werden. Es regnet, schnell zurück ins Quartier. Unsere Wahl fiel mit der Ferienwelt Kesselgrub auf ein Familienhotel – wir wollen kein Risiko eingehen. Angesichts der Wetterprognose eindeutig die richtige Entscheidung. Beim Anblick der hauseigenen Bowlingbahn jubeln die Kinder – der Ehrgeiz ist groß. Theo, der die Kugel mehr rollt, als wirft, schafft mit etwas Hilfe seiner Schwester einen „Strike“ – beide tanzen vor Freude. Und wir Eltern? Wir genießen die Tatsache, dass für jedes Alter etwas geboten wird. Ponyglück „Können wir nachher biiiitte noch zu den Ponys schauen?“ Neuer Tag, neues tierisches Abenteuer. Katharina liebt Pferde, die Hauptattraktion in diesem Urlaub stand für sie schon vorab fest. „Perle“ kristallisiert sich schnell als Lieblingspony der Kinder heraus – auch Theo traut sich in den Sattel und dreht beim geführten Ponyreiten hinter dem Hotel stolz zwei Runden. Wir sind aber nicht nur wegen der Tiere hier (wobei unsere Kinder allein damit mehr als glücklich wären). In der „Familien-Wellnesswelt“ besuchen wir erstmals zu viert ein Dampfbad und eine Kindersauna. Beides ist für Kinder richtig temperiert, um es spannend zu finden. Die Erlebnisdusche „SnowSky“ sorgt für Gekicher – dicke Schneeflocken rieseln dort auf uns herab. Ein spielerischer Einstieg in Wellness. Ein paar Stockwerke darüber wartet das „Mountain Adults Spa“ – exklusiv für Erwachsene. Glücklicher Zufall, dass beide Kinder („Biiiitte Mama und Papa!“) unbedingt zum Salzteigbasteln in den Kids Club wollen. Eine Stunde für uns, die Zeit läuft. -10 Grad im Snow Room Eine Zirbensauna mit Blick auf die Berge, ein Ruheraum, in dem das einzige Geräusch das Knistern des Feuers ist. Unser persönliches Highlight: der „Snow Room“ – ein ganzjährig betriebener Raum voller Schnee zur Abkühlung bei minus zehn Grad. Eltern mit kleinen Kindern wissen: eine Stunde Stille ist Kurzurlaub im Urlaub. Tiefenentspannt werden die Kinder aus dem Kids Club abgeholt („Ihr seid viel zu früh da!“), die Rutschenwelt will getestet werden. Nach „Kesselinos Trioslide“, wo nebeneinander gerutscht wird, steuern wir die Röhrenrutsche mit Zeitmessung an. Herausforderung angenommen! Nachdem jedes Familienmitglied seine persönliche Bestzeit geschafft hat, schwimmen wir noch vom Hallenbad aus ins Freie. Als Kulisse stets im Hintergrund: Die schneebedeckten Berge. Auf der Heimfahrt wollen wir wissen, was den Kindern im Urlaub am besten gefallen hat. Für Theo steht fest: „Die Rutschen und das Kinderkino im Kids Club!“ Katharina muss auch nicht lange überlegen: „Die Alpakawanderung, die Ponys, alles!“, und fügt schelmisch hinzu: „Können wir so eine Schneedusche nicht auch für zu Hause haben?“ Während das Navi auf „Daheim“ eingestellt ist und von der Rückbank ein „Können wir dort bitte mal wieder hinfahren?“ ertönt, sind wir uns einig: Urlaub mit Kindern ist zwar manchmal laut und chaotisch, aber vor allem auch eines: wunderschön.