Scotland Yard will ungeschwärzte Epstein-Akten

Die Polizei in Großbritannien will einem Bericht zufolge die ungeschwärzten Epstein-Akten aus den USA anfordern . Das sagte Scotland-Yard-Chef Mark Rowley dem australischen Sender ABC zufolge. Sein Büro stehe im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Ex-Prinz Andrew und den früheren Minister und Botschafter Peter Mandelson im Kontakt mit dem US-Justizministerium, so Rowley demnach. Er fügte hinzu: "(...) ab einem gewissen Stadium werden wir die ungeschwärzten Beweise brauchen". Anklagen liegen in beiden Fällen aber noch keine vor. Vertrauliche Informationen weitergeleitet? Sowohl Ex-Prinz Andrew (66) als auch der Labour-Veteran Mandelson (72), der im vergangenen Jahr zum britischen Botschafter in den USA ernannt und dann abberufen wurde, stehen im Verdacht, vertrauliche Informationen an den inzwischen verstorbenen US-Geschäftsmann und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet zu haben. Das legen E-Mails aus den kürzlich in den USA veröffentlichten Epstein-Akten nahe. Beide wurden kurzzeitig festgenommen. Andrew soll die Informationen in seiner Rolle als früherer Handelsbeauftragter der britischen Regierung weitergeleitet haben. Mandelson war zu dem Zeitpunkt Wirtschaftsminister unter dem damaligen Premierminister Gordon Brown. Seine kürzliche Berufung zum Botschafter brachte den derzeitigen Premier Keir Starmer in große Bedrängnis. Kontakt zu Epstein trotz dessen Verurteilung Der 2019 in Haft gestorbene US-Geschäftsmann Epstein betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem auch viele minderjährige Mädchen zum Opfer fielen. Gleichzeitig unterhielt er Kontakte zu höchsten internationalen Kreisen in Politik, Adel, Wissenschaft und Wirtschaft. Andrew und Mandelson waren jahrelang eng mit ihm verbandelt und hatten auch Kontakt, nachdem Epstein wegen der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden war. Eines der Opfer, Virginia Giuffre, erhob schwere Vorwürfe gegen Andrew. Demnach soll sie mehrfach zum Sex mit ihm gezwungen worden sein, unter anderem als sie noch minderjährig war. Der jüngere Bruder von König Charles III. streitet die Vorwürfe vehement ab, trotzdem ließ er sich auf einen angeblich millionenschweren Vergleich ein, um eine Zivilklage in den USA beizulegen. Die Vorwürfe sind bisher nicht Bestandteil der Ermittlungen.