Am Wochenende beklagte Christopher Seiler in einer Instagram-Story noch die "Dämonen", mit denen "auch er zu kämpfen" habe. Dämonen, nicht er also seien dafür verantwortlich, dass die Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung gegen ihn ermittle, wunderten sich daraufhin Kritiker wie etwa Musikerkollegin Anna Buchegger . "Die Dämonen sind auf jeden Fall nicht verantwortlich dafür, man ist schon immer selbst verantwortlich", sagte Buchegger am Donnerstag in der ZiB 2. "Männer dürfen 'mit Dämonen kämpfen', sich als 'unperfekte Menschen' inszenieren, selbst nach schweren Vorwürfen weiter auf Bühnen stehen, Alben veröffentlichen, Preise entgegennehmen", kritisierte auch Musikerin Ina Regen, die sich seit Jahren für Gleichberechtigung einsetzt. Koks auf die Lippen geschmiert Seiler, seines Zeichens einer der erfolgreichsten Austropop-Musiker der vergangenen Dekade, räumte in einem weiteren Statement via Instagram-Video zwar Fehlverhalten ein, körperliche Übergriffe wie in Medienberichten kolportiert, bestritt er jedoch. Es gilt die Unschuldsvermutung. Es „gab keine sexuelle Gewalt“, sagte Seiler. Was hingegen passiert sei? Er habe einer Frau "Koks auf die Lippen geschmiert". Es sei kein heroischer Akt, sich nach einem übergriffigen Vorfall öffentlich zu entschuldigen, schrieb auch die die Dialektpopband Poxrucker Sisters in einem Beitrag auf Instagram. "Es ist bare minimum. Dafür braucht es keinen Applaus, keine Verneigung. Das hat nichts mit Größe zu tun." Für Buchegger geht es jedenfalls um mehr als juristische Fragen. "Patriarchale Strukturen gibt es überall, nur fallen sie in exklusiven, exponierten Systemen besonders auf, die auf eine gewisse Art isoliert sind – und da fällt die Musikbranche ebenso hinein wie der ORF oder Theaterhäuser“, sagte die Sängerin.