Wenn einer etwas von Scheitern, Krisen und Druck von außen versteht, dann ist das Heinz-Christian Strache. Der frühere FPÖ-Chef hat einen beruflichen Totalabsturz erlebt, zwei Scheidungen hinter sich und zwei Anklagen am Hals. Eine in der FPÖ-Spesencausa (Lebensversicherung) und eine in der Causa Casinos AG. In zwei weiteren Fällen ist er freigesprochen worden. Nach jedem Tiefschlag ist der frühere Vizekanzler bisher wieder aufgestanden. Nun will er seine Erfahrung im Rahmen von „Krisenführung & Resilienz“-Seminaren an Führungskräfte, Unternehmer, Entscheidungsträger und „Menschen im Umbruch“ weitergeben. „Viele funktionieren jahrelang. Bis der Sturm kommt: Konflikte, Trennung, Krankheit, Job-Druck, Öffentlichkeit, Existenzsorgen, Insolvenz, Konkursdrohung – und auf einmal ist alles lauter als du selbst“, heißt es auf Straches Homepage, die in Kürze scharf geschaltet wird. „Und genau da beginnt das Problem: Nicht die Krise zerstört dich, sondern die fehlende Struktur, im Kopf, im Körper und in deiner Kommunikation.“ Krisenkompetenz „Ich bin Unternehmensberater und habe immer wieder erlebt, dass Leute zu mir gesagt haben, mit deinen Erfahrungen solltest du unbedingt Seminare machen“, sagt Strache zum KURIER. „Ich habe mich bewusst entschieden, meine Erfahrungen aus der Politik und meinem Leben weiterzugeben. Mit dem Fokus auf Verantwortung, Führung und Krisenkompetenz.“ Nachsatz: „Die authentischen Erfahrungen sind immer die besten.“ „Sechs Grade der Freiheit“ nennt er seine Veranstaltungen. „Jede Krise, die man im Leben erfährt, soll man positiv begleiten. Am Anfang tut man sich schwer“, sagt Strache. „Jede Krise ist eine Chance für die Weiterentwicklung. Ich sage immer: Wie sehr muss dich der Herrgott lieben, dass er dir manchmal einen solchen Arschtritt verpasst, dass du hart in der Kompression landest und dich mit Schmerzen spürst, weil du nur dann bereit bist, dich weiterzuentwickeln?“ Atemübungen Das erste, siebenstündige Seminar findet am 16. Mai in der Nähe der Burg Liechtenstein, im Süden Wiens, statt. Die genaue Location will Strache noch nicht verraten. Kosten: 1.450 Euro. Am 30. Mai hält er ein vierstündiges Seminar ab. Kosten: 990 Euro. Maximale Teilnehmerzahl: jeweils zwölf Personen. Die Preise seien „im mittleren marktüblichen Bereich“. „Da sind auch das Essen und die Getränke inklusive“, sagt Strache. „In meinem Segment verlangen andere viel mehr.“ Doch beim siebenstündigen Seminar trägt nicht nur er vor. „Ich habe einen Arzt dabei, der im Bereich buddhistischer Heilkunde seine Erfahrungen mit Atemtechnik und Meditation, mit Fühlen und Spüren einbringen wird“, sagt Strache. „Der macht dort eineinhalb Stunden dieses Programms des bewussten Atmens, wie man sich in einer Krisensituation wieder beruhigt.“ Selbsthilfe Am Ende sollen die Teilnehmer den Kopf wieder freibekommen. Dazu heißt es auf der Homepage: „Nicht nur reden: Du lernst, wie du Druck regulierst, Grenzen setzt und Stabilität trainierst – mit Tools, die du sofort anwenden kannst.“