Die Ablehnung der Notfallzulassung für das Pflanzenschutzmittel Movento 100 SC durch das Land bringt Obst- und Gemüsebauern auf die Palme. Das Burgenland habe den Antrag „nach gründlicher Prüfung abgelehnt“, hatte die für Landwirtschaft zuständige grüne Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner am Donnerstag mitgeteilt. Ein echter Notfall liege aus Sicht des Landes nicht vor. Hier würden auf Zuruf von NGO‘s „nach ideologischen Grundsätzen Entscheidungen getroffen“, die burgenländische Betriebe gefährden, reagiert Obstbau-Präsident Johann Plemenschits empört. So sei es auf kurze Frist nicht mehr möglich, bestimmte Obstkulturen zu produzieren. Der Wirkstoff Spirotetramat im Mittel Movento wirke gezielt, effizient und vergleichsweise schonend, sagt Plemenschits, seit mehr als 40 Jahren Landwirt im Mittelburgenland: „Ohne diese Möglichkeit riskieren wir massive Ernteausfälle und Qualitätsverluste.“ Burgenland als Solist Unter bestimmten Umständen kann für „höchstens 120 Tage das Inverkehrbringen eines Pflanzenschutzmittels für eine begrenzte und kontrollierte Verwendung zugelassen werden, sofern sich eine solche Maßnahme angesichts einer anders nicht abzuwehrenden Gefahr als notwendig erweist“, heißt es vom Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) , das für die Zulassung zuständig ist. Das Verfahren läuft noch, nur das Burgenland hat sich quer gelegt. Sollte das BAES der Notfallzulassung zustimmen, wäre Movento in acht Bundesländern erlaubt, im Burgenland nicht. Er würde ja gerne ein Biomittel nehmen, so ein Gemüsebauer aus dem Seewinkel, zumal es billiger sei – allein: „Es wirkt nicht“. Plemenschits befürchtet, heimische Produkte werden durch Waren aus Ländern mit laxen Vorschriften verdrängt. Ob die auch für Konsumentenschutz zuständige LH-Vize das wolle, fragt der Obstbauer?