Es war im vergangenen Frühherbst bei der Bruno-Verleihung der Fußballgewerkschaft, als der von den Spielern zum Trainer des Jahres 2024 gewählte Peter Pacult , 66, seinem Nachfolger Dietmar Kühbauer , 54, unter tosendem Applaus die Trophäe für 2025 überreichte. Auch Wolfsberg-Präsident Dietmar Riegler kam zur Feier des Abends auf die Bühne. Einen Tag danach wechselte Kühbauer – zur Überraschung von Pacult und erst recht zu der von Riegler – von Wolfsberg zum LASK. Kurz darauf landete Pacult in Wolfsberg, wo er schon wenige Wochen später wieder gehen musste. Und sich der neutrale Beobachter fragte, wie einer, der davor in Klagenfurt mit minimalen Mitteln das Maximum erreicht hatte, über Nacht sein Handwerk verlernen konnte. Sowohl der ehemalige Rapid-Spieler und spätere Rapid-Coach Dietmar Kühbauer, der auf bestem, nicht immer konfliktfreien Wege ist, 2026 erneut Trainer des Jahres zu werden, als auch Rapids letzter Meistertrainer (2008) Peter Pacult haben den Medien unzählige Schlagzeilen beschert. Beide sagen (konträr zur rhetorisch geschulten neuen Trainergeneration) stets, was sie denken, auch wenn das nicht immer druckreif war/ist. Beide konnten auf kecke Reporterfragen, beleidigende Zurufe vom Publikum und andere Ungerechtigkeiten sehr giftig reagieren. Wobei Kühbauer just zu seiner mutmaßlich größten menschlichen Enttäuschung (als er finanzielles Opfer vom Mattersburger Commerzbank-Desaster seines vermeintlich besten Freundes und Ratgebers Martin Pucher wurde) nach außen hin schwieg. Beide, Kühbauer und Pacult, sind sportbesessen, leben 24 Stunden für ihre jeweiligen Jobs. Und beiden missfällt, dass man inzwischen mehr noch als in Deutschland (wo der ehemalige Wiener Sport-Club- und Vienna-Abwehrrecke Frank Schmidt , 52, selbst nach Heidenheims Bundesliga-Abstieg eine 19. Saison Heidenheims Trainer bleiben wird) in Österreich mit dem Hire&Fire übertreibt. Als Ausnahme gelten hierzulande Hartberg und WSG Tirol, wo Trainern Zeit zu kontinuierlicher Arbeit gegeben wird. Vielleicht kein Zufall, dass bei diesen zwei Klubs das Präsidentenamt mit Brigitte Annerl und Diana Langes Swarovski weiblich besetzt ist.