Buch | Philosophie im Suppentopf: Jens Sparschuhs Roman „Der Waldmeister“

Mit sächsischer Hausmannskost und viel Ironie würzt Jens Sparschuh seinen neuen Roman „Der Waldmeister“ über einen ehemaligen Gastrokritiker, der in der DDR zum Koch augebildet wurde. Das hat großen Unterhaltungswert Wer schon zwei seiner Bücher gelesen hat, erkennt einen Roman von Jens Sparschuh mühelos. Man glaubt einen unverfänglichen Plauderton zu hören und hat sich doch mir nichts, dir nichts in einem Netz aus Ironie und Hintersinn verfangen. Die Banales nicht auslassende Erzählung der Gegenwart öffnet plötzlich ein Loch und führt zu überraschenden Fundstücken des Autors. Sie verschaffen dem Leser ungeahnte Begegnungen: in Lavaters Maske (1999) mit dem Begründer der Physiognomie, Johann Caspar Lavater, der Freund-Feind Goethes; in Ende der Sommerzeit (2014) geisterte die Skizze vom Schauplatz eines Kriminalromans von Vladimir Nabokovs Hand durch den Roman. Und zuletzt schließlich war es unter dem Titel Nicht wirklich (2023) der vergessene Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag .