Globale Bühne: Der Song Contest als Tourismus-Booster

Die Vorbereitungen für den 70. Eurovision Song Contest (ESC) , der vom 12. bis zum 16. Mai in der Wiener Stadthalle veranstaltet wird, laufen auf Hochtouren. Für den Tourismus in der Hauptstadt ist das Megaevent ein wahres Highlight. Die Stadt Wien rechnet mit einer sehr hohen Hotelauslastung bei einem leicht höheren Preisniveau, teilt die Bundessparte Tourismus der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) dem KURIER mit. Ob tatsächlich eine Vollauslastung erreicht wird, könne man aktuell noch nicht sagen. Derzeit würden die Kontingentfristen der Hotels auslaufen, wobei nicht alle gebuchten Kontingente ausgeschöpft wurden, heißt es. Für die frei gewordenen Zimmer hoffe man nun auf kurzfristige Buchungen. 166 Millionen Zuseher und 500.000 Gäste in Wien Für die Österreich Werbung (ÖW) sei der ESC eine „globale Bühne für den Tourismusstandort“, sagt ÖW-Chefin Astrid Steharnig-Staudinger .  Die Dimensionen seien „enorm“: So rechnet der ORF etwa mit weltweit rund 166 Millionen Zusehern. Vor Ort im Eurovision Village erwarte man rund 200.000 Besuche und in Wien insgesamt eine halbe Million Gäste. Bereits 2015, als der ESC zuletzt in Wien stattfand, habe sich das wirtschaftliche Potenzial der Großveranstaltung gezeigt: Damals zählte die Hauptstadt mehr als 20.000 zusätzliche Nächtigungen. Für die Veranstaltung seien rund 500 Arbeitsplätze geschaffen. Erzielt wurde eine Bruttowertschöpfung von mehr als 38 Millionen Euro. Der mediale Gegenwert lag laut ÖW im dreistelligen Millionenbereich. Hoteliers-Sprecher hält direkte Effekte für „überschätzt“ Für „ein bisschen überschätzt“ hält Martin Stanits , Sprecher der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) die direkte Wirkung des ESC. „Der Mai funktioniert in Wien dank der Feiertage auch sonst sehr gut.“ Anstatt einer deutlich höheren Nachfrage ergebe sich während des Song Contests ein „Verdrängungstourismus“. „Die einen Gäste kommen genau wegen des ESC, die anderen kommen aber genau deswegen nicht nach Österreich“, sagt Stanits. Das liege auch an den höheren Preisen für Hotelzimmer in dieser Zeit. Insgesamt werde zwar eine höhere Auslastung als in anderen Jahren erreicht, die Effekte seien aber „nicht riesig“. Als viel größer schätzt aber auch Stanits die langfristigen Effekte ein, etwa wegen der hohen internationalen Aufmerksamkeit .