Von Vanessa Halla Osterhase und Christkind kennt jeder. Ähnlich bekannt sind Sabine Gollnhuber mit ihrem Weihnachtshaus in Bad Tatzmannsdorf und Petra Stubics-Schönherr mit dem Osterhasen-Wunderland in Rotenturm. Zwei unterschiedliche Lebenswege, aber eine gemeinsame Idee: Erinnerungen schaffen, Brauchtum leben und Familien eine Auszeit vom Alltag schenken. KURIER: Jedes „Es war einmal“ braucht einen Anfang. Wie begann Ihre Geschichte? Gollnhuber: Die Idee entstand in meiner Kindheit. In den 1970er-Jahren waren wir oft in Disneyland in Florida – das hat mich geprägt. Schon damals wollte ich eine eigene kleine Lichterwelt erschaffen und begann schon als Kind, Dekoration dafür zu sammeln. Stubics-Schönherr: Ich bin als Pflegekind aufgewachsen, meine Geschichte ist also ganz anders. Ostern war für mich aber immer ein Highlight – Eier bemalen und suchen im Garten. Später habe ich viel dekoriert, und als ich Oma wurde, wollte ich meinen Enkeln besondere Erinnerungen schenken. 2018 starteten wir dann mit dem Osterhasen-Wunderland. Zeit, Arbeit und Nerven – was kostet Sie die Verwirklichung Ihrer Träume? Stubics-Schönherr: Sehr viel. Unser Verein arbeitet das ganze Jahr für diese elf Tage. Zehn Tage Aufbau, elf Tage Event, zehn Tage Abbau – insgesamt etwa ein Monat. Am liebsten dekoriere ich, am wenigsten mag ich das Wegräumen. Gollnhuber: Bei uns beginnt alles am 1. August. Vier Monate lang arbeiten wir täglich mindestens acht Stunden zu zweit. Früher half die Familie, inzwischen gibt es Unterstützung. Bis Ostern sind wir dann mit dem Abbau beschäftigt. Dazu kommt noch die Rekultivierung des Rasens. Wenn wir im Sommer fertig sind, fangen wir quasi schon wieder von vorne an. Am schönsten ist der Kontakt mit den Besuchern, am härtesten die Arbeit bei Kälte. Bei minus 14 Grad bis Mitternacht Beleuchtungskörper kontrollieren – da hilft nur schwarzer Tee mit viel Zucker und Schnaps. Was sind die persönlichen Highlights Ihrer Deko-Welten? Gollnhuber: Wenn am Tag vor der Eröffnung alle 26 Zeitschaltuhren anspringen und alles leuchtet, dann fällt einem wirklich ein Stein vom Herzen. Berührend sind auch die Rückmeldungen von Vereinen, die wir unterstützen – heuer konnten wir rund 40.000 Euro spenden. Stubics-Schönherr: Der Abend vor der Eröffnung, wenn man hofft, dass alles fertig ist. Zwischendurch glaubt man ja immer, man wird nicht fertig. Und wenn dann die ersten Besucher kommen und Kinder am Eingang sagen: „Das weiß ich eh, ich war ja schon einmal da“, dann ist das wunderschön. Dann merkst du, dass es ihnen gefallen hat und dass sie wiederkommen wollen. Das berührt mich wirklich. Die Weihnachtshaus- und Osterhasenfrau. Ist das ein Stempel oder ein Kompliment? Stubics-Schönherr: Für mich ist es ein Kompliment. Natürlich mache ich noch andere Dinge, aber ich finde es schön, wenn man weiß, wofür ich stehe. Manche haben mich sogar als „Osterhase“ im Handy gespeichert. Es ist ohnehin so viel Ernstes rund um uns. Wenn es dann einmal etwas gibt, das vielleicht auch belächelt wird – mein Gott, es soll uns nie etwas Schlimmeres passieren. Es ist doch schön, wenn Menschen lächeln und für ein paar Minuten einfach hineingehen und staunen. Gollnhuber: Ähnlich bei mir. Als „Christkindl von Österreich“ wurde ich international bekannt. Es kommen Leute von weit her. Heuer waren Spanier da, die über uns in der Zeitung gelesen haben und direkt vom Flughafen mit dem Mietauto zu uns gefahren sind, noch bevor sie Wien besichtigt haben. Ihre Wünsche ans Christkind und den Osterhasen? Gollnhuber: Gutes Wetter. Letztes Mal hatten wir leider fast nur Nebel, das ist beim Lichterhaus natürlich schwierig. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Leute bei der freiwilligen Spende mehr Verständnis haben. Wir geben das Geld ja weiter. Wenn dann negative Kritik kommt, tut das schon weh. Stubics-Schönherr: Ebenfalls trockenes Wetter – das ist das Wichtigste. Und ein bisschen Wertschätzung für das, was wir mit Leidenschaft tun. Wenn es gefällt, soll man es weitererzählen. Und wenn nicht, muss man es zumindest nicht schlechtreden.