NDR.de

"Sexistential": Surreales Album der "Queen of sad bangers" Robyn

Die Schwedin ist Pionierin der Musikindustrie und gilt als Königin der traurigen Tanzmusik. Ihre sphärischen elektronischen Sounds haben etwas Retrohaftes haben. Die futuristisch und surreal wirken, auf Analog-Keyboards, Samples und Beats setzen. Sie erinnern an den Dance-Pop der 90er – an Britney Spears, Kylie Minogue oder Moloko. Nur, dass sie ein bisschen trauriger wirken. Sie sagt: "Früher ging es um die Technik – um neue Sounds. Und die gibt es kaum noch. Die große Entwicklung, die in den 70ern und 80ern stattfand - als Musik elektronisch wurde – findet nicht mehr statt. Eben dieses: ´Oh, das klingt ja ganz anders.´ Das ist heute schwer zu erreichen. Aber Songs gibt es immer noch – und persönlicher Ausdruck funktioniert ebenfalls noch." Damit gibt Robyn die Marschrichtung für ihr neuntes Studio-Album vor - ihr erstes seit acht Jahren: Es geht nicht um atemberaubende High-Tech-Sounds, sondern um spannende persönliche Geschichten. Davon hat die 46-Jährige Schwedin einige: „Sexistential“ – die Kombination aus Sex und existenziell – ist das vertonte Fotoalben einer wichtigen Phase in Robyns Leben: Die Trennung von ihrem Partner, die Selbstfindung mit Therapie, Club-Nächten und kurzen Affären, dann der Umgang mit Corona und die Entscheidung, Mutter zu werden – durch künstliche Befruchtung. Ein wilder Ritt, der für geballte Erkenntnisse sorgt. "Sex war für mich schon immer existenziell - und verbunden mit wichtigen Fragen. Er geht einher mit einer Menge komplexer Situationen. Wobei der Albumtitel auch für die Trennung von beidem steht – also ein Baby ohne Sex zu haben. Das waren die Ansätze, als ich die Songs geschrieben habe – Lust und Fortpflanzung. Aber ich will damit nicht wer-weiß-was sagen. Es geht nur um persönliche Erfahrungen." Musik als Realitätsflucht und Seelenbalsam - für die Jugend der 90er und deren Kinder. Denn: Diese Dekade scheint gerade genauso populär zu werden, wie die 80er. Nicht zuletzt wegen Künstlern wie Robyn, die einfach nur sie selbst ist. Die keinen Strömungen oder Trends folgt, sondern an ihrem Stil festhält – und immer noch gut klingt. Zeitlose gut.

Go to News Site