Musikverein: Furioser Kommentar zu Trumps Migrationspolitik
KURIER

Musikverein: Furioser Kommentar zu Trumps Migrationspolitik

In der kommenden Saison widmet der Musikverein dem Dirigenten Maxime Pascal einen Schwerpunkt. Zurecht, wie der 1985 geborene Franzose am Pult des Radio-Symphonieorchesters (RSO) hören ließ. Mit Claude Debussys „Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns“ hob er ein Konzert mit Ereignischarakter sublim an. Atemberaubend generierte er die Spannung, als er die Soloflöte ihren Traum ausspielen ließ. Wie einen zarten, transparenten Schleier umhüllte er diesen mit dem in schillernden Farben sanft leuchtenden Orchesterklang. Das war pure Sinnlichkeit. Pascal, Spezialist für zeitgenössische Musik, ließ die österreichische Erstaufführung von Chaya Czernowins „NO! A lament for the Innocent“ zum denkwürdigen Monument werden. Darin bildet die Komponistin das Leid, das Donald Trump in seiner ersten Amtszeit als US-Präsident unter Migranten anrichtete, als er Kinder von deren Eltern trennte, lautmalerisch ab. Das Orchester ist in zwei Formationen mit zwei Dirigenten geteilt. Othman Louati, Mitglied von Pascals Ensemble Le Balcon, agierte am Pult der einen Hälfte im absoluten Gleichklang mit Pascal. Furios intonierten die Sopranistinnen Keren Motseri und Sofia Jernberg, die ihre Stimmen mit dem lautmalerischen Instrumentenklängen verschmelzen ließen. Rimski-Korsakows „Scheherazade“ mit Konzertmeisterin Łucja Madziar als eloquenter „Märchenzählerin“ ließ Pascal zum leuchtenden Klanggemälde werden. Ovationen.

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