KURIER
In Wien läuft derzeit die Radwegoffensive 2026. Anderswo ist man bereits weiter. Die niederländische Stadt Utrech gilt derzeit als die fahrradfreundlichste Stadt der Welt. Fast jede dritte Strecke wird dort mit dem Rad zurückgelegt. Möglich wurde das durch jahrzehntelange Investitionen in sichere, durchgängige Radwege, riesige Fahrradparkhäuser und eine Stadtplanung, die das Fahrrad konsequent in den Mittelpunkt stellt. In Wien steigt Autoverkehr Ganz so weit ist Wien noch nicht. Im Ranking belegt man Platz 19. Wer am Rad sitzt, merkt: Hier hat das Auto oft noch Vorrang - auch im übertragenen Sinne. Mit der Radwegoffensive 2026 setzt die Stadt ihr Ausbauprogramm bereits im sechsten Jahr fort. Geplant sind 33 neue Projekte und rund 12,5 Kilometer zusätzliche Radverkehrsinfrastruktur . Im Fokus stehen Lückenschlüsse, neue Hauptachsen sowie klimafitte Straßenräume mit mehr Grünflächen und Bäumen. In der Leopoldstadt wird auf der Oberen Donaustraße ein 410 Meter langer, neuer 2-Richtungsradweg gebaut und damit eine direktere Verbindung zwischen Rembrandtstraße und Scholzgasse geschlossen. Die Landstraßer Hauptstraße wird Schritt für Schritt neugestaltet. Der öffentliche Verkehr und der Kfz-Verkehr bleiben weiterhin möglich. Gleichzeitig entstehen neue Radwege. Im Zuge der Verlängerung der Linie 18 wird die Radinfrastruktur weiter ausgebaut: Ein 2-Richtungsradweg wird 2026 auf der Würtzlerstraße zwischen Markhofgasse und Erdbergstraße errichtet. Der Unterschied zu Utrecht liegt vor allem im Radverkehrsanteil und in der Konsequenz der Stadtplanung. Während das Fahrrad in Utrecht für viele Menschen das wichtigste Verkehrsmittel ist, befindet sich Wien noch in einer Aufholphase. Laut Modal Split waren im Vorjahr 33,6 Prozent der Verkehrsteilnehmer in Wien auf Alltagswegen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, 30 Prozent gingen zu Fuß, aber nur 10,5 Prozent fuhren mit dem Rad. Der Anteil des Pkw-Verkehrs lag bei 24,9 Prozent - und ist damit noch gestiegen. Das sind die fahrradfreundlichsten Städte Europas Utrecht belegt im Copenhagenize Index den Spitzenplatz und steht sinnbildlich für die niederländische Fahrradkultur. Die kompakte, auf den Menschen ausgerichtete Stadt zeigt, wie groß die Wirkung kluger Stadtplanung sein kann. Da fast jede dritte Strecke mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, verdeutlicht Utrecht, was möglich ist, wenn der Radverkehr konsequent in die urbane Entwicklung integriert wird: eine Stadt, die auf reibungslose Mobilität, Effizienz und klare Prioritäten setzt – mit dem Fahrrad im Mittelpunkt. Kopenhagen gilt seit Langem als Maßstab unter den Fahrradstädten und prägt seit Jahrzehnten die weltweite Entwicklung moderner Radverkehrsinfrastruktur. Das dichte Radwegenetz, kontinuierliche Investitionen und die tief verwurzelte Fahrradkultur haben die dänische Hauptstadt zu einem internationalen Referenzmodell gemacht. Angesichts neuer Herausforderungen stellt sich jedoch die Frage, wie selbst hochentwickelte Fahrradstädte ihre Mobilität weiter verbessern können. Kopenhagen bereitet darauf bereits Antworten vor: Mit dem bislang größten Budget für den Radverkehr , das für 2026 beschlossen wurde, setzt die Stadt ein deutliches Zeichen für neue Ambitionen und die nächste Innovationswelle – und deutet an, dass das Beste womöglich noch bevorsteht. 3. Gent ist im Copenhagenize Index nicht nur die fahrradfreundlichste Stadt Belgiens, sondern auch ein Vorbild für Städte weltweit. Dank entschlossener politischer Führung hat die Stadt mit einem mutigen Verkehrskonzept ehemals autoorientierte Straßen in ruhige, lebenswerte Stadträume verwandelt. So entstand eine Umgebung, in der Radfahren für Erwachsene ebenso wie für Kinder sicher, einfach und selbstverständlich geworden ist.
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