Collector
Giriş Yap
Streaming-Manager Larcher: „Große Streamer dürfen nicht nur abschöpfen“ | Collector
Streaming-Manager Larcher: „Große Streamer dürfen nicht nur abschöpfen“

Streaming-Manager Larcher: „Große Streamer dürfen nicht nur abschöpfen“

Mit Johannes Larcher, einem der Kandidaten für den ORF-Chefsessel, findet die geplante, aber nun verschobene , Streamingabgabe einen überraschenden Fürsprecher, managte er doch bisher große US-Streamer wie Hulu oder HBO Max. Bei einer Diskussionsveranstaltung der ORF-Bewerber in der Wirtschaftskammer Wien bezeichnete er sich als "Fan der Streamingabgabe". KURIER: Als Manager in den USA konnten Sie ja kaum für eine Streamingabgabe sein. Johannes Larcher: Während meiner Zeit an der Spitze von HBO Max International, also außerhalb der USA, gab es in Europa nur in Frankreich eine Streamingabgabe. Seither haben andere Staaten nachgezogen. Als Privatanbieter unterliegt man selbstverständlich den rechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen man sein Produkt anbietet. Das hat HBO Max akzeptiert, und hält sich so wie andere globale Streamer, soweit ich weiß, streng an diese Bestimmungen. Warum sind Sie jetzt in Österreich ein Fan der Streamingabgabe? Streaminganbieter wie HBO Max produzieren Serien wie „White Lotus“ und „House Of The Dragon“, die weltweit skalierbar sind und deren wirtschaftliche Kalkulation von globaler Verwertung ausgeht. Die ökonomische Hürde für eine Produktion in einem dich sehr kleinen Markt wie Österreich ist für globale Anbieter sehr hoch und schwer zu schaffen. Auf Basis reiner Freiwilligkeit wird es daher von globalen Streamern nur sehr wenig Investition in österreichische Inhalte geben. Was sollte man jetzt tun? Wenn uns daran liegt, dass österreichische Geschichten weiter erzählt werden, und dass österreichische Kultur nicht zusehends zugunsten rein globaler Inhalte verschwindet, braucht es eine vernünftige Lösung, die sicherstellt, dass die großen Streaminganbieter nicht nur Umsätze abschöpfen, sondern auch zur Produktion lokaler Inhalte angemessen beitragen. Frankreich macht das seit Jahren, mit einer Kombination aus Direktinvestitionen in französische Produktionen, Beiträgen zur nationalen Filmförderungsbehörde CNC und inhaltlichen Mindestquoten für europäische Produktionen. Deutschland hat jetzt ein ähnliches Modell eingefährt. Eine ähnliche Lösung muss auch in Österreich kommen, man sollte jetzt alles dafür tun und noch viel besser kommunizieren, dass und warum das angebracht ist. Der ORF wäre allerdings davon ausgenommen, was es für einen potenziellen ORF-Chef einfacher macht, dafür zu sein. Der ORF übererfüllt die Anforderungen natürllich und investiert schon heute massiv in österreichische Inhalte. Es ist klar, dass man ihn ausnehmen muss, und ich hoffe, wie in meinem Konzept dargestellt, dass der. Anteil österreichischer Inhalte an seinem Gesamtprogramm steigen wird. Bezüglich privater Anbieter wie Netflix, Prime Video, P7S1P4/Joyn und ServusTV bin ich der Meinung, dass auch sie in der Pflicht stehen, einen fairen Beitrag zu leisten . Die genaue Lösung, etwa d ie Einberechnung von Werbeeinnahmen, Mindesteinnahmenvolumen. Mindestabonnentenzahl beziehungsweise Ausnahmen und die wettbewerbsrechtliche Kompatibilität etc. müssen natürlich sorgfältig überlegt werden. Aber das Prinzip, dass man auch als privater Anbieter zur Sicherung des österreichischen Produktions-Ökosystems beitragen soll, halte ich prinzipiell für richtig.

Go to News Site