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Pride Month: Der Feldzug der FPÖ gegen den Regenbogen | Collector
Pride Month: Der Feldzug der FPÖ gegen  den Regenbogen

Pride Month: Der Feldzug der FPÖ gegen den Regenbogen

Michael Schnedlitz steht im sommerlichen Outfit im Grünen und formt vor seiner Handy-Kamera die rechte Hand zum Victory-Zeichen. Die beiden ausgestreckten Finger haben in diesem Fall aber eine weitere Bedeutung: „Der Juni beginnt – und es gibt nur zwei Geschlechter“, lässt der FPÖ-Generalsekretär in dem Social-Media-Video wissen. So oder so ähnlich posieren dieser Tage viele freiheitliche Spitzenfunktionäre auf Facebook und Co. Etwa die Abgeordnete Susanne Fürst oder der steirische Landesrat Hannes Amesbauer. Er hat sein Posting mit dem Hashtag #stolzmonat versehen. Bereits im Vorjahr hatte die EU-Abgeordnete Petra Steger im Internet sogar zu einem „Stolz statt Pride“-Wettbewerb aufgerufen. Eine blaue Gegenkampagne gegen den Pride Month, der alljährlich weltweit im Juni begangen wird, um für Gleichberechtigung und Toleranz gegenüber Homosexuellen bzw. der LGBTQ-Community zu werben. Höhepunkt in Österreich ist die diesjährige Regenbogenparade, die am 13. Juni über die Bühne geht. Wobei es keineswegs die FPÖ war, die die #stolzmonat-Aktion erfunden hat. Unter diesem Begriff machen seit einigen Jahren auch AfD-Funktionäre in Deutschland gegen den Pride Month mobil, benutzt wird er auch gerne von der rechtsextremen Identitären Bewegung. Vorbild Trump „Obwohl sich die Einstellung gegenüber Homosexuellen im positiven Sinn geändert hat, gibt es Menschen, denen die gesellschaftlichen Entwicklungen zu weit gehen“, sagt der Politikberater Thomas Hofer zum KURIER. Eine Stimmung, mit der ganz gezielt auch US-Präsident Donald Trump spielen würde, den rechtspopulistische Parteien in Europa häufig kopieren würden. Trump habe beispielsweise im Wahlkampf 2024 die Geschlechterdebatte rund um die Frauenbox-Bewerbe bei den Olympischen Spielen zum Thema gemacht und versprochen, er werde „Männer aus dem Frauensport heraushalten“. Laut Hofer stilisiere der US-Präsident solche Fälle zu Symbolen für einen gesellschaftlichen Kontrollverlust hoch, der sich in den aktuellen wirtschaftlichen Verwerfungen und Kriegen manifestiere. Gekoppelt mit dem Versprechen, er werde dafür sorgen, die Ordnung und Sicherheit, die noch vor Jahrzehnten herrschte, wiederherzustellen. Eine Botschaft, die sich immer wieder auch in den Reden von FPÖ-Chef Herbert Kickl findet. Kampfbegriffe Dass man sich mit der Kampagne gegen den Pride Month einmal mehr in ein ähnliches Fahrwasser wie die Identitären begebe, sei bewusstes Kalkül, betont Hofer. Vergleichbar mit der Übernahme des aus dieser Ecke stammenden Begriffs der „Remigration“: „Ein Begriff, der an sich harmlos klingt, aber tatsächlich ein Kampfbegriff ist“, sagt Hofer. „Das hilft den Freiheitlichen dabei, sich als Opfer zu stilisieren, wenn sie für deren Verwendung öffentlich Kritik ernten.“

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