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Wer einen Sichtbarkeits-Fetisch beklagt, musste vermutlich nie dafür kämpfen | Collector
Wer einen Sichtbarkeits-Fetisch beklagt, musste vermutlich nie dafür kämpfen

Wer einen Sichtbarkeits-Fetisch beklagt, musste vermutlich nie dafür kämpfen

Nathalie Weidenfeld hält die neue Bindenwerbung für ein Symptom eines Sichtbarkeits-Fetischismus. Dabei übersieht sie: Wer Opakheit einfordern kann, hatte nie das Problem, unsichtbar zu sein Natürlich ist es kein Meilenstein für die Gleichstellung, dass in Werbung für Binden und Tampons rotes statt blaues Wasser verwendet wird. Da hat Nathalie Weidenfeld, wie sie kürzlich im Freitag in ihrem Artikel „Zeig mir dein Blut!“ schrieb, vollkommen recht. Damit ändert sich auch kein Gesetz zur Gleichstellung. Frauen erfahren dadurch nicht weniger Gewalt und werden auch nicht anständiger bezahlt. Anders als Weidenfeld schreibt, ist es allerdings gar nicht so neu, dass in der Werbung (Fake-)Blut zu sehen ist. Weidenfeld geht es dabei auch nicht explizit um diese eine Werbung. Sie ist Symptom einer Gesellschaft, die besessen ist von Sichtbarkeit und Explizität. Sie wünscht sich mehr Opakheit, also ein bewusstes Im-Dunkeln-Lassen oder ein Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag .

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