KURIER
In Nigeria sind mehrere Hundert von Islamisten entführte Menschen wieder frei. Eine örtliche Jugendorganisation im nordöstlichen Bundesstaat Borno teilte am Sonntag mit, alle 416 früher im Jahr verschleppten Frauen und Kinder aus dem Dorf Ngoshe seien am Samstag freigekommen. Der Senator Mohammed Ali Ndume aus Borno bestätigte die Freilassung. Die Islamisten setzen in ihrem seit 2009 andauernden Aufstand gegen den Staat stark auf Entführungen, häufig um Lösegeld zu erpressen. Die Menschen seien von der Gruppe Jama'atu Ahlis Sunna Lidda'awati wal-Jihad (JAS), der Hauptfraktion der islamistischen Miliz Boko Haram, gefangen gehalten worden, teilte das Militär mit. Zunächst war unklar, unter welchen Umständen die Entführten freigekommen waren. Die Armee informierte, sie habe in einer "auf geheimdienstlichen Erkenntnissen basierenden Operation" 360 Menschen befreit. Die Menschen seien unter harten Bedingungen festgehalten worden, nachdem sie aus mehreren Gemeinden verschleppt worden seien. Regierungsangaben zufolge starben zwei Kleinkinder während der Gefangenschaft an Erschöpfung. Nigeria wird von zahlreichen Konflikten erschüttert Nigeria wird von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen erschüttert, denen Christen wie Muslime gleichermaßen zum Opfer fallen. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen Süden geteilt. Kriminelle Gruppen in Nigeria entführen immer wieder Menschen, um sich mit dem Lösegeld zu finanzieren. Entführungen gibt es vor allem in ländlichen Gebieten, in denen nur wenige Sicherheitskräfte stationiert sind. Für viele Angriffe in den vergangenen Monaten wurden jihadistische Gruppen verantwortlich gemacht.
Go to News Site