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Trüffel statt Tempo: Radrennen mit Genuss
KURIER

Trüffel statt Tempo: Radrennen mit Genuss

Langsam verlassen die Radfahrer die engen Gassen Novigrads, um etwa zwanzig Kilometer weiter den Berg bei Grožnjan hinaufzukeuchen und in Istriens beliebtem Bergdorf einen Stopp einzulegen. Es ist auch ganz schön schwierig, auf dem alten, holprigen Kopfsteinpflaster die Balance zu bewahren. Aber die Mühe wird belohnt: Auf die Radfahrer warten auf diesem Etappenabschnitt der Trüffel-Route keine Fotofinish-Kameras, sondern Zelte, in denen Schmankerln und Weine der Region aufgetischt werden. Istriens Erden und Lehmböden sind ideal für die autochthonen Sorten Teran und Malvasia. Und für die neuen Schaumweine junger Winzer. Immer wieder knallen Korken fröhlich in den sogenannten „Verpflegungsstationen“, während sich die Radsportler mit den Käse- und Wurstspezialitäten stärken. Klingt nach Dolce Vita? Ist es auch. Kein Stress Radrennen gibt es ja viele. Während bei traditionellen Rennen die Teilnehmer in die Pedale treten, um als Erster ins Ziel zu kommen, heißt es bei der „Nova Eroica“: Je langsamer, desto besser. Denn dann hat man ausreichend Zeit – um die schöne Landschaft Istriens, mit Küsten, Meerbuchten und historischen Bergdörfern zu genießen. Schließlich hat sich die Nova Eroica „race, ride und relax“ als Motto auf die Pedale geschrieben. Das erste Eroica-Radrennen fand 1997 in Gaiole in Chianti auf Retro-Rädern statt. Schon damals ging es ums Erlebnis und nicht um Geschwindigkeit. „Nova Eroica Istria“ will an die Tradition des klassischen Radsports erinnern, setzt weiter auf ein Erlebnis à la Bella Italia, erweiterte die Route nach Kroatien und erlaubt neben Vintage-Rädern erstmals auch Gravel-, Cyclocross- und Rennräder. Nach der Kroatien-Premiere der „Nova Eroica Istria“ vergangenen September, an der Profis wie Freizeitsportler mit Familie teilnahmen, führt auch die zweite Ausgabe des Radsportfestivals zwischen Novigrad und Poreč über die „weißen Straßen“ Istriens. Besonders beliebt ist die Trüffel-Route, die längste Strecke, entlang der Adria über Buje und Grožnjan nach Motovun. Sie führt teilweise über die Trassen der ehemaligen Schmalspurbahn „Parenzana“, die zwischen Triest und Poreč verkehrte (siehe Karte). Heute könnte man so von Italien, durch Slowenien bis zu Istriens kulinarischen Hotspots radeln – etwa zum Insider-Treff Konoba Nono in Umag oder dem neuen Weingut Vina Deklić in Vižinada. Wer auf der „Nova Eroica Istria“ in die Pedale tritt, schmeckt, sieht und fühlt Istrien direkt vom Fahrrad aus: bei den „Verpflegungsstationen“, die auf den drei Kulinarik-Radrouten, die durch Grožnjan und Brtonigla führen, sowie im Ziel in Novigrad, eingerichtet werden. Mit dem Rad zur Trüffelsuche Auch der Start des Radfestivals ist in Novigrad, Zentrum der kroatischen Gravel-Gemeinschaft. Achtzig Prozent der Strecke radelt man über Schotter- und asphaltierte Nebenstraßen. Zwanzig Prozent laufen durch schwierigeres Gelände, wie durch die steinernen Gassen der Bergdörfer Grožnjan, Buje und Motovun. Auf der „Nova Eroica“ wird Zeitfahren und freies Tempo kombiniert. Wichtig ist nur, die Zeitmessung im Start und Ziel zu absolvieren, um sich zu qualifizieren. Gesamtzeit und Tempo sind dabei den meisten Teilnehmern egal. Hauptsache, man war dabei, ist durch das Ziel geradelt, hat etwas gemeinsam erlebt und Neues entdeckt: das ehemalige Kloster in Dajla, das Plaudern mit Künstlern in Grožnjan, das Klingen der Gläser in den Zelten. Nach dem Tritt in die Pedale lockt feine istrische Küche: fangfrischer Branzino in Salzkruste im Restaurant Čok in Novigrad oder Michelin-Küche in der Villa Badi, an der Küste Lovrečicas. Auch ein Abstecher zu Omajola, einem Olivenöl-Produzenten in Umag, lohnt sich. Oder man geht selbst auf Trüffelsuche und verkostet sie gleich: etwa bei Miro Tartufi in Motovun. Den schönsten Sundowner mit Meerblick gibt es auf der Terrasse im Bistro Anna’s Garden, in Savudrija. K wie Kulinarik Anna’s Garden, Savudrija Wer hier ankommt, wird an den Charme Bella Italias erinnert: Das romantische Bistro liegt genau vis-à-vis von Grado, direkt an der Adria. Nichts trübt hier die Sicht auf einen herrlichen Sonnenuntergang. Dazu gibt es etwa köstliche, frische Meeresfrüchte mit regionalen Zutaten von Küchenchef Marko Gorela und istrische Weine. Vina Deklić, Vižinada Seit über hundert Jahren werden hier autochthone Sorten wie Malvasia, Chardonnay, Teran, Merlot, Cabernet Sauvignon und Gelber Muskateller kultiviert. Architekt Viktor Vrečko baute das alte Weingut in einen schicken Ort mit Bistro und Terrasse um. Kostproben aus dem Weinkeller, mit regionalen Schmankerln, mitten in den Weinbergen. https://vina-deklic.com INFO: Nova Eroica Istria: 1. und 2. Mai 2026 Anreise Mit dem Zug von Wien bis Triest ( https://oebb.at ), von dort weiter mit dem Bus bis Novigrad. Nähere Infos zur Anreise mit Bus und Bahn unter https://istra.hr Teilnahmegebühr ab 60 €, Anmeldung: https://eroica.cc/en/the-istria-race 1.000 Teilnehmer dürfen maximal an den Start gehen. Drei Genuss-Radrouten Drei Routen für Anfänger bis Profis: Die Längste: Trüffelroute , 150 km und 2.000 Höhenmeter. Für Anspruchsvolle. Führt durch Orte wie Buje, Grožnjan, Motovun und Landschaften, die für Trüffel, Wein und mittelalterlichen Charme bekannt sind. Die Mittlere: Teran-Route, 100 km und 1.200 Höhenmeter. Von Novigrad über Buje nach Motovun, durch Weinberge und Weingüter. Die Kürzeste: Malvasia-Route , 60 km und 780 Höhenmeter. Von Novigrad ins Künstlerdorf Grožnjan. Übernachtung in Umag: Hotel Garden Istra Plava Laguna

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