KURIER
43.000 Kfz fahren täglich durch den Plabutschtunnel ; Verkehrsmassen, die sich ohne diese Umfahrung durch das Grazer Stadtgebiet stauen würden. Bauzeit: 4 bis 5 Jahre Genau dieses Szenario befürchtet nun eine selten vereinte Allianz aus Industriellenvereingung und Wirtschaftskammer sowie Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund : Bis 2035 muss der Tunnel generalsaniert werden, die Bauzeit wird mit vier bis fünf Jahren kalkuliert. Die Oströhre wurde 1987 eröffnet, die Weströhre 2004; erst seit Dezember 2004 wird der Tunnel zweiröhrig in jede Fahrtrichtung geführt. Zuvor gab es Gegenverkehr in nur einer Röhre mit jeweils einer Richtungsfahrbahn - das wäre die derzeitig angedachte Lösung auch für die Zeit der Sanierung. "Ein Verkehrskollaps" Für Sozialpartner und Industrie ist das aber angesichts der Verkehrsströme keine Variante. Aus Sicherheitsgründen müsste das Aufkommen auf 20.000 Fahrten pro Tag reduziert werden - mehr als die Hälfte des Kfz-Aufkommens würde also durch Graz ausweichen müssen: Das wurde zu "einem Verkehrskollaps, schlechter Luft und volkswirtschaftlichen Verlusten führen", warnen die Interessensvertreter. Bypass-Röhre soll helfen Sie forcieren eine andere Variante - den Bau einer dritten Röhre . Mit dieser Bypass-Röhre - einer Art abgespeckter Tunnel ohne eigene Portale - könnte die Asfinag den flüssigen Verkehr sicherstellen, heißt es am Montag: "Gerechnet auf die fünfährige Sanierungsphase schlagen die Staukosten mit rund 600 bis 700 Millionen Euro zu Buche. Dieser Betrag wäre in etwa die benötigte Summe für die Errichtung eines Bypasses." Damit wäre das Projekt "kostenneutral". Unterstützung von Bürgermeisterin Kahr Unterstützung für die Idee kommt am Montag auch aus dem Rathaus: " Wir sind um eine Lösung bemüht und gehen abgestimmt mit dem Land vor, um vorbereitet zu sein, damit der Stadt Graz kein Verkehrskollaps droht", versichert Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ). Dazu gehöre auch der vom Land Steiermark vorgeschlagene Bau eines Entlastungstunnels. "Es spricht viel für eine dritte Röhre ", merkt Kahr an. "Es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass es zu Nachteilen kommt, die das Verkehrsregime in Graz überbeanspruchen oder gar zum Kollabieren bringen." Eine Mehrbelastung von 23.000 Kfz im Grazer Stadtgebiet pro Tag sei "auf keinen Fall akzeptabel".
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