KURIER
Dass Niederösterreich seinen Platz in der Weltraumforschung gefunden hat, ist bekannt. In der Wirtschaftsstrategie 2030+ wird die Luft- und Raumfahrt als Schlüsseltechnologie definiert, mehrere Unternehmen wie z.B. GATE Space oder Airborne Technologies sind in diesem Gebiet führend. Nun intensiviert das Land NÖ seine Zusammenarbeit mit dem Leopold-Figl-Observatorium der Universität Wien . In den nächsten fünf Jahren soll eine Million Euro in ein Projekt zur Suche nach Exoplaneten fließen. Von der Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems erwartet man sich einerseits technische Innovationen, andererseits eine Förderung der Wirtschaft. Arbeitsplätze und Faszination In der Vergangenheit haben Erfindungen der Raumfahrt schon öfter im Alltag ihre Anwendung gefunden: etwa Satelliten, Navigationssysteme oder Antriebe stammen aus der Weltallforschung. „Wir setzen auch in Zukunft auf Vorsprung durch Wissenschaft“, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP): „Wir erforschen nicht nur den Weltraum, sondern machen auch das Leben hier in NÖ leichter.“ Durch das Erforschen von Exoplaneten sollen Arbeitsplätze entstehen, außerdem ist die Grundlagenforschung ein wichtiger Eckpfeiler der Wissenschaft. „Es ist ausgesprochen faszinierend zu wissen, wie sich unser Sonnensystem zusammensetzt und weiterentwickelt“, so Pernkopf. Das Land NÖ finanziert die wissenschaftliche Hardware, die benötigt wird, beispielsweise ein großes Teleskop. Die Uni Wien trägt die Personalkosten. Stärkung der Partnerschaft Rektor Sebastian Schütze sieht in dem Projekt eine Stärkung der Partnerschaft zwischen der Universität Wien und Niederösterreich: „Mit Österreichs größtem Teleskop schaffen wir einzigartige Möglichkeiten für Studierende und die Öffentlichkeit, sich mit Spitzenforschung auseinanderzusetzen.“ Bei der Erforschung von Exoplaneten schauen die Forschenden auf Planeten, die vor ihrem Stern vorbeiziehen. Dabei wird dieser für einen kurzen Moment minimal dunkler. Aus diesen feinen Helligkeitsveränderungen lassen sich Größe, Umlaufbahn und Entfernung des Planeten bestimmen. „Unser 1,5-Meter-Spiegelteleskop kann selbst geringste Helligkeitsveränderungen messen, die oft weniger als ein Prozent des Sternenlichts ausmachen. Damit ergänzen wir die Daten von Weltraumteleskopen und präzisieren die physikalischen Eigenschaften dieser fernen Welten“, erklärt Projektleiter João Alves . Weltweit sind bereits über 5.000 Exoplaneten bekannt, durch die Zusammenarbeit des Instituts mit dem Land NÖ sollen es mehr werden.
Go to News Site