KURIER
Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe hat bei den europäischen Aktienanlegern am Mittwoch für starke Erleichterung gesorgt - vor allem wegen des massiven Einbruchs der Ölpreise . Mehrere Börsianer sprachen von einem " Geschenk von Pakistan ". Der Nachbar des Irans vermittelte eine weitreichende, sofortige Waffenruhe. Daraufhin sackten die Ölpreise in der Nacht um rund 16 Prozent ab. Der ATX in Wien stieg um 3,6 Prozent, der deutsche DAX um 4,9 Prozent. Die Rohölpreise sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit Mitte März. Euro-Stoxx-50 mehr als vier Prozent im Plus Entsprechend deutlich stieg die Risikofreude der Anleger. Der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 kletterte in den ersten Handelsminuten um 4,4 Prozent auf 5.879 Punkte nach oben. In Frankfurt zog der DAX um 4,9 Prozent in die Höhe auf 24.047 Punkte und in London gewann der FTSE-100 2,5 Prozent auf 10.608 Einheiten. In Wien steigerte sich der heimische Leitindex ATX um 3,6 Prozent auf 5.637 Punkte. Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormus nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Öl und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause. "An Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt" "An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen. Europäischer Erdgaspreis sinkt deutlich Auch der Preis für europäisches Erdgas ist nach der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg deutlich gefallen. Die maßgeblichen Future-Kontrakte fielen um bis zu 20 Prozent, das bedeutet den größten Tagesverlust seit über zwei Jahren. An der Börse in Amsterdam sank die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zuletzt um 17 Prozent auf 44,13 Euro je Megawattstunde (MWh). Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran vor mehr als fünf Wochen war der Gaspreis auf bis zu 74 Euro geklettert.
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