KURIER
Seit Mittwochfrühmorgen hängen am Zaun der Wientalterrasse zwei jeweils 30 Meter lange Transparente . Sie sind kein Schmuck, sondern vermitteln eine klare Botschaft: Bitte Rücksicht auf die Nachtruhe der Anwohner nehmen. „Die Wientalterrasse ist längst mehr als nur ein Platz im Freien. Ich würde sie nicht mehr missen wollen – oder können“, sagt Margaretens Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) . Seit knapp einem Jahr ist er im Amt, der Aufenthaltsbereich war für ihn von Beginn an ein Herzensprojekt. "Ich möchte auch meine eigene Musik hören" Gerade in den warmen Monaten wird die Terrasse zum Treffpunkt für viele. Dass dabei unterschiedliche Bedürfnisse aufeinandertreffen, zeigt sich immer wieder in Form von Beschwerden der Anrainer über nächtlichen Lärm. Luxenberger setzt deshalb auf Dialog: „Die Anrainer waren von Beginn an kooperativ.“ Eine Anwohnerin bringt es auf den Punkt: „Durch die Terrasse lerne ich sehr viel neue Musik kennen. Das ist zwar schön, aber manchmal möchte ich meine Eigene hören. “ Respektvolles Miteinander Dass man über den Begegnungsraum keine „Käseglocke“ stülpen könne, sei klar. Die mehrsprachigen Banner wurden gemeinsam mit „AwA* – Kollektiv für Awareness-Arbeit“ entwickelt, das von der Stadt Wien gefördert wird. Sie sollen an ein respektvolles Miteinander erinnern – mit Slogans wie: „Für euch ist es Vorglühen – für andere ist es Schlafenszeit.“ Der Tenor: Leben ja – aber bitte mit Rücksicht . Unterstützung kommt auch von der anderen Seite des Wienflusses aus dem benachbarten Mariahilf . Bezirksvorsteher-Stellvertreter Paul Stein (Grüne) betont, dass die Wientalterrasse ein besonderer öffentlicher Raum ohne Konsumzwang sei – zugleich aber direkt an Wohnraum grenzt. Rücksicht sei daher Voraussetzung. 1.000 Euro für Banner Die Kosten für die Banner belaufen sich auf rund 1.000 Euro , finanziert wurden sie vom Bezirk . Sie sollen jedenfalls über den Sommer hängen bleiben. Die 2015 eröffnete Wientalterrasse über der U4-Station Pilgramgasse gilt als wichtiger Freiraum im dicht verbauten Margareten. Ob Mittagspause oder Sommerabend – genutzt wird sie zu jeder Tageszeit. Mit den neuen Transparenten soll nun vor allem eines gelingen: ein besseres Gleichgewicht zwischen Feiern und dem Schlafbedürfnis der Anrainer .
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