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Amstetten startet Sicherung alter Stollenanlagen
KURIER

Amstetten startet Sicherung alter Stollenanlagen

Was jahrzehntelang verborgen blieb, rückt nun in den Fokus: 36 Meter unter Amstetten befinden sich Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Alte Stollenanlagen , die zunehmend zum Risiko werden. Das groß angelegte Bauprojekt zur Sicherung der Stollen beginnt im Juni. Bei einer Informationsveranstaltung 15. April wurde das Projekt vorgestellt. 11.000 Menschen fanden in den insgesamt zwei Kilometer langen und weit verzweigten Stollen Schutz vor Luftangriffen. Moderne Untersuchungen zeigen nun ein klares Bild: Die Substanz bröckelt. Mithilfe von Laserscans und geologischen Analysen wurde in den vergangenen Jahren eine zunehmende Instabilität festgestellt, verursacht durch Alterung und natürliche Veränderungen im Gestein. 40 bis 50 Grundstücke betroffen Am Reitbauernberg sowie am Kreuzberg finden sich rund 40 bis 50 Liegenschaften über den Tunneln. Um die Stollen und die darüberliegenden Siedlungen zu sichern, werden sie verfüllt. Dazu auf einer Strecke von 1,6 Kilometer oberirdisch 150 Löcher gebohrt, über die Verfüllmaterial in die Hohlräume eingebracht wird. Aktuell läuft die Ausschreibung der ausführenden Baufirmen. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige, ökonomische und ökologisch vertretbare Verfüllung der verfallenden Stollenanlagen zu gewährleisten. Wir arbeiten auf eine langfristige Stabilisierung des Untergrundes in den betroffenen Wohngebieten hin", erklärt Burghauptmann Reinhold Sahl. Fertigstellung bis November Zuerst werden an Gebäuden, Grundstücken und öffentlichen Flächen Beweise gesammelt sowie das Baufeld freigemacht. Anschließend folgen Erkundungs- und Verfüllbohrungen . Das Verfüllmaterial wird dann eingebracht und durch Kernbohrungen laufend evaluiert. Die Bauphase soll bis November 2026 abgeschlossen sein, dann beginnt der Rückbau temporärer Einrichtungen und die vollständige Wiederherstellung der betroffenen Grundstücke und Flächen. Auch eine Ombudsstelle wurde eingerichtet, die mit der Mediatorin Karin Wiesinger besetzt wurde. Sie ist die Anlaufstelle für Anrainerinnen und Anrainer, wenn Fragen oder Beschwerden zum Projekt auftauchen.

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