KURIER
Bei all dem Gerede um Spritpreise in den vergangenen Tagen wird oft darauf vergessen, dass die größte Energiequelle, die der Menschheit zur Verfügung steht, jeden Tag kostenlos vom Himmel herab scheint. In dem Bestreben, weniger abhängig von steigenden Energiepreisen zu sein, denken immer mehr Einfamilienhausbesitzer daran, sich mit Photovoltaikanlage und Batteriespeicher auszustatten. Die Nachfrage nach diesen Technologien ist durch den Iran-Krieg gestiegen. Oft fehlen die finanziellen Mittel, um eine Investition im fünfstelligen Bereich locker stemmen zu können. Es gibt aber Alternativen zur Sofortzahlung: Mietmodelle und Ratenkauf. Der Vermieter kümmert sich um alles Einer der größten heimischen Anbieter eines Mietmodells ist der Verbund . Wie mehrere andere Unternehmen auch, nimmt er Kunden die Planung, Installation und Wartung einer PV-Anlage am eigenen Hausdach ab und kümmert sich um Genehmigungen, Netzanschluss und Förderungen. Der Kunde zahlt eine fixe Miete und erhält den selbst produzierten Strom ansonsten kostenlos. „Wir wollen allen Kundengruppen die Gelegenheit bieten, Teil der Energiewende zu werden“, sagt Marco Vitula , Geschäftsführer von Verbund Energy4Customers. Die Tochtergesellschaft des Energiekonzerns bündelt seit 2025 das Privatkundengeschäft bei Photovoltaik. Zuvor wurde PV-Vermietung auch unter der Marke „Hallosonne“ angeboten. 2025 hat Verbund außerdem den Anbieter Solavolta zu 100 Prozent übernommen. Er agiert weiterhin selbstständig und übernimmt die Installationen für Verbund-Privatkunden. 195 Euro pro Monat, 12 Jahre lang Einfamilienhausbesitzern werden Solarkraftwerke am Dach mit Größen von 6 bis 40 Modulen angeboten, erklärt Vertriebsleiter Harald Pendl . Haushalte, die einen Jahresstromverbrauch von rund 9.000 Kilowattstunden mit einer eigenen PV-Anlage samt Speicher abdecken wollen, können ungefähr mit einer Monatsmiete von 195 Euro rechnen. Die Laufzeit beträgt 12 Jahre, danach gibt es eine Kaufoption. Für einen symbolischen Betrag von 29 Euro geht die Anlage in den Besitz des Hauseigentümers über. Wer genug Geld übrig hat, kann auch frühzeitig aus dem Vertrag aussteigen und einen Restbetrag zahlen. Wird das Haus während der Laufzeit verkauft, übernimmt der Käufer im besten Fall den Mietvertrag. Wenn nicht, wird es etwas kompliziert. Insgesamt zahlt man mehr als , wenn man die Anlage sofort kaufen würde. Dafür erhält man einen umfassenden Service, erspart sich viel Aufwand und hat planbare Kosten. Schäden, die etwa durch Stürme oder Hagel entstehen können, sowie technische Defekte sind abgedeckt. Die Monatsmiete bleibt über die Jahre gleich. „Das Inflationsrisiko nehmen wir auf uns“, so Vitula. Außerdem erhalten Kunden alles aus einer Hand. Auch Systemerweiterungen wie Wallboxen zum Laden von E-Autos oder Wärmepumpen werden (teilweise gemeinsam mit Partnerunternehmen) angeboten. „Und wir wollen sukzessive Innovationen auf den Markt bringen“, etwa bei Energiemanagement-Apps für Kunden. Hochphase in der solaren Achterbahn Für den Verbund eröffnet das Privatkundengeschäft bei PV auch die Möglichkeit, das lokale Stromangebot zu erweitern. Wenn Überschussstrom von Privathaushalten etwa ins Netz eingespeist wird, profitieren auch andere Kunden von Ökostrom, die keine Möglichkeit haben, diesen selbst zu produzieren. Durch den Iran-Krieg habe sich die Nachfrage bei der Miete von PV-Anlagen verdoppelt, schildert Pendl. Momentan befinde man sich also wieder auf einem Höhepunkt am „Solar Coaster“. Die Nachfrage nach PV-Lösungen sei in den vergangenen Jahren eine Achterbahnfahrt gewesen. Je nach geopolitischer Lage und aktueller Fördersituation schwankt das Kundeninteresse stark. Insgesamt sei die Entwicklung aber klar positiv. Neben dem Verbund gibt es auch andere Anbieter, die PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern installieren und deren Besitzern vermieten. Dazu zählen einige große Landesenergieversorger, Banken, Baumärkte, aber auch ausschließlich auf diesen Bereich spezialisierte Unternehmen. Neben Kauf und Miete gibt es außerdem noch eine dritte Form der Finanzierung: Ratenkauf oder Leasing.
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